Ein paar Wochen ist es her, da ist eine verrückte Idee geboren. Ich war leicht quengelig und heulte mich bei alten und neu gewonnen Freunden aus. Alleine das tat bereits gut. Ein Rat kam von vier verschiedenen Personen: Du musst mal raus hier. Bisschen Urlaub. Abschalten. Klar war uns allen jedoch auch: So einfach ist das derzeit nicht. Aber bereits das ausheulen und dass jemand zuhört, hat an diesem Abend geholfen. Ich ging deutlich entspannter nach Hause und dachte mir, eine Runde Schlaf wird sicher auch wieder ein bisschen helfen.

Am nächsten Morgen sah ich einen Haufen Notifications auf meinem Telefon. Ich wurde einer Telegram-Gruppe hinzugefügt, in der kurzerhand über Nacht mein bzw. unser Urlaub geplant wurde. Wie großartig ich das fand? Sehr großartig.

Innerhalb kurzer Zeit standen das Wochenende (Ende August), Zielort (BioGut Saalkow auf Rügen) sowie die Anreise (Mietwagen) auf völlig unkomplizierte Art und Weise fest. Jetzt gab es nur noch eine Aufgabe: Vorfreude.

Freitag morgen haben wir das Auto beladen, den Hund eingepackt und sind los gedüst. Die drei anderen hatten sich Urlaub genommen, ich mein Office aufs Smartphone verlagert (ich liebe, dass das so einfach möglich ist), damit wir zeitig auf Rügen ankommen und noch etwas vom Tag haben, immerhin stand das Programm für den Abend bereits fest: Lagerfeuer und Stockbrot.

Erster Spaziergang nach der Ankunft. Direkt so viel Natur und Landschaft

Nachdem die Hitzewelle ungefähr 11 Monate andauerte und kein Tropfen Wasser vom Himmel fiel, musste es zwangsläufig so sein, dass es in dem Moment, als wir Holz für das Feuer gesammelt und uns alles zurecht gelegt hatten, der erste große Schauer kam. Also packten wir die Sachen erstmal wieder zusammen und verfrachteten sie ins Trockene. Kurze Zeit später klarte es wieder auf und wir begannen wieder von vorne: alles raus, Lagerfeuer an. Dann fing der Regen wieder an und das Lagerfeuer wollte nicht so wirklich. Da wir zwischenzeitig aber auch schon den Grill anfeuerten, half alles nichts und wir zogen durch.

Der Grill landete gut vorm Regen behütet unter dem Schäferwagen, Stockbrot lässt sich hervorragend in Regenjacke bzw. unter dem Regenschirm grillen. Man muss nur stoisch genug bleiben.

Was soll ich sagen? Wir erlangten durch diese Aktion Berühmtheit auf dem Platz und am nächsten Morgen vorm Duschwagen entstanden die besten Gespräche deswegen.

Am Samstag schliefen wir aus, starteten ganz langsam in den Tag mit Kaffee auf der Picknickdecke in der Sonne und planten den Tag. Hiddensee soll es werden. Während Teil 1 der Reisegruppe duschte, wuschen wir das dreckige Geschirr des Vorabends ab, während wir duschten, machte Teil 1 die Lunchpakete für den Nachmittag fertig. Auch der Hiddensee-Ausflug war herrlich, Yaska hatten ihren Spaß am Deich sowie beim Weg durch den Wald und Natur zum Leuchtturm. Diese Lebensfreude und gute Laune des Hundes steckten an.

Eigentlich wollten wir abends nochmal grillen, da wir jedoch sehr spät erst wieder auf dem Hof ankamen und niemanden großartig stören wollten, und es auch wieder wie aus Eimern schüttete, schafften wir einen Alternativplan. Wozu hat man denn einen Mikrowellengrill im Schäferwagen? Das hat überraschend gut funktioniert und auch diesen Abend schlossen wir mit Stockbrot.

Am Sonntag morgen gab es, nachdem wir unsere Schäferwagen geräumt hatten, Frühstück vom Feinsten vom Hof, alles in Bioqualität, versteht sich und dann sollte auch der Tag genutzt werden: ab nach Daarß. Wir landeten in Ahrenshoop (hat mich nicht so überzeugt), aber am Strand war es ganz nett. So ließen wir unseren letzten Tag gemütlich am Wasser ausklingen, stärkten uns am Ende noch mit Fisch und Bratkartoffeln oder Pommes und traten anschließend die Heimreise an.

Wir waren nur ein Wochenende weg, und dennoch fühlte es sich an, als wären es 5-6 Tage gewesen. Auf eine gute Art. Wir haben so viel gelacht, so viel erlebt und obwohl wir uns alle größtenteils noch nicht lange kennen, mit unseren Eigenarten doch irgendwie zusammengerauft und eine gute Zeit erlebt. Und Yaska mittendrin. Das war ein Urlaub, wie er mir sehr gut gefällt. Für mich hätte er zwar auch noch weniger actionreich sein können, aber für die paar Tage war das alles in Ordnung so.

Ich fand es so schön, dass wir alle gut vorbereitet waren, die Regenjacke immer im Anschlag, ganz nach dem Motto: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.

In der Liste der besten Erlebnisse 2020 steht das definitiv ganz weit oben. Danke dafür.

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Dieser Artikel hat 1 Kommentar

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  1. Schöner Beitrag, schaut nach einem tollen Trip aus! Und ja, sollte man (unabhängig aber eigentlich gerade ob der momentanen Lage) viel öfter machen – zur Ablenkung, zum Abschalten, zum Erinnerungenschaffen!

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