Ich vermisse das hier. Aber ich weiß auch nicht, was ich loswerden möchte. Doch, irgendwie schon. Aber es ist nicht mehr das selbe. Irgendwie.

Instagram geht schneller. Es kommt auch mehr Feedback. Hier hat man so oft das Gefühl, dass man in ein großes schwarzes Loch kommuniziert.

Gut, ich bin über 30. Ich kann’s ja jetzt sagen: Früher war (fast) alles besser. Zumindest dieses Internet-Gedöns. DamalsTM, als wir komischen Leute noch unter uns waren. Als Impressums, Datenschutzerklärungen, Abmahnungen, Mobbing und Nazis noch nicht relevant waren. Als wir noch aus unserem Alltag berichteten, Storytelling unprofessionell stattfand. Als es noch die Nischenblogs gab.

Eigentlich wollte ich meinen Instagram-Feed auch wieder persönlicher gestalten. Aber dann werden es doch wieder tendenziell eher die „Hochglanzbilder“. Ist doch alles Quatsch.

Und wann war ich eigentlich das letzte Mal fotografieren, um zu fotografieren?

So viel erstmal als Wort zum Mittwoch. Habt einen schönen Tag.

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Dieser Artikel hat 10 Kommentare

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  1. Ich kann das Vermissen von vergangenen Zeiten gut nachvollziehen. Mir geht es ähnlich. Ich habe mich die letzten Jahre immer stärker zurückgezogen. Auf Twitter teile ich persönliches fast ausschließlich auf dem geschlossenen Zweitaccount. Im Blog häufen sich die Entwürfe, weil ich es nicht mehr selten schaffe unvollständige Gedanken zu veröffentlichen.

    Für mich ist das schlimmste daran, dass diese losen Verbindungen im Internet mein Freundeskreis sind. Und derzeit fühlt es sich an, als wäre nicht mehr viel davon übrig.

    1. Ganz genau das. Bei mir ist es genau so. Entwürfe. Lose Verbindungen des Internet-Freundeskreises. Und ich will das alles eigentlich nicht schließen, weil es ja voll schön ist, von „Fremden“ auch mal Kommentare zu bekommen. So wie deiner hier jetzt. Ich kannte deinen Blog nicht. Und ich glaube, ich finde ihn zauberhaft. Weil mir genau solche Blogs so fehlen.
      Danke für deinen Kommentar.

  2. Tja, es gab wohl zu viele „Wie-mache-ich-meinen-Blog-proffesioneller“-Artikel in den letzten 14 Jahren und dabei ist vieles einfach auf der Strecke geblieben. Auch der Mut, unvollständige Gedanken einfach mal auf die Welt (im Internet) loszulassen und zu schauen, was dabei rauskommt.

    Spannend ist, dass der Austausch wohl vielen fehlt, aber ein zurück zu den Kommentaren gibt es wohl auch nicht mehr und auf Twitter und Co. geht ein solcher Gedankenaustausch schon nach Stunden unter, ist verloren, ist kaum nachvollziehbar.

    Vielleicht geht da aber doch noch was. Die Hoffnung geben mir Blogs, die einfach ab und an mal wieder in meinem Feedreader auftauchen. So wie dieser hier.

    1. Awww. <3
      Ja das stimmt. Ich hab aber meinen Feedreader seit Monaten nicht mehr geöffnet, weil alles so gleich ist und mir diese Tagebuch-Blogs so sehr fehlen. Wobei ich auch verstehe, dass das weniger wird, weil man auch nicht mehr anonym unterwegs sein kann und wir alle ja auch mittlerweile Jobs haben und Arbeitgeber recherchieren, bliblablupp.

      Aber alleine, dass hier jetzt schon kommentiert wird, freut mich schon sehr. Es schon witzig, wie das motiviert. Ich hab mir nix gedacht heute morgen, als ich den Post vor mich hin stümperte. Und jetzt hab ich direkt Lust, weiterzumachen.

  3. Habe mich eben sehr gefreut als Dein Hallo in meinem Feed-Reader auftauchte. 🙂 Adstragram ist leider völlig unbenutzbar geworden für mich, jeder zweite Beitrag ist Werbung und viel zu viele Videos anstatt Fotos.

    1. Adstagram. Spannend. 🙂 Verstehe voll, was du meinst. Wobei man mit ein paar Tweaks dem ganzen halbwegs entgehen kann. Mich stören eher die ganzen TikToks. Das ist wie früher: Wenn es bei Facebook ist, war’s 1 Monat vorher schon bei Twitter.

  4. Ich habe jetzt ganz lange überlegt, was ich antworte, damit es nicht zu drängend klingt. Also erstmal habe ich mich sehr gefreut, hier wieder einen neuen Post zu sehen. Und dann dachte ich sofort: „Kann ich total nachvollziehen“ und dann dachte ich aber: „Muss doch nicht so sein!“.

    Zum Einen merke ich nämlich, dass immer mehr Blogs wieder aktiv werden, weil die Plattformen immer anstrengender werden und dann bin ich ja auch so ein Blogverfechter. Das Thema liegt mir irgendwie sehr am Herzen, vielleicht weil ich inzwischen auch so alt bin, dass ich die ganze Entwicklung mitgemacht habe.

    Aber deswegen würde ich am liebsten immer alle sofort motivieren und anfeuern und ach… Aber das kommt dann auch drängelnd rüber und das ist ja auch nicht gut…

    Ein paar Dinge muss ich trotzdem loswerden. Es gibt nämlich wirklich coole Techniken und Plugins, die die Hemmschwellen senken können. Ich habe bei mir z.B. ne IndieWeb-App mit der Seite verbunden. Die funktioniert fast wie Insta oder Twitter. Ich mach die auf, wähle aus, was für content ich posten will (Bild, Bookmark, Notiz…) und dann habe ich ein kleines Textfeld wo ich schnell reintippe. Oder ich teile darüber ein Foto, was ich gerade geschossen habe. Einfach auf Publish geklickt und anstatt bei Instagram landet das Bild auf meiner Seite.
    Und dann hole ich mir die Kommentare von Twitter und Insta auch wieder zurück auf die Seite, das sorgt für etwas mehr Leben im Kommentarbereich.

    Ich finde, außerdem, wir sollten uns alle mal wieder etwas mehr vernetzen, vielleicht wie früher ein Webring, in dem sich Blogger:innen zusammenschließen. Mal wieder so eine kleine Blogger-Community aufbauen, quasi. Ich werde da selber mal was drüber schreiben und dich dann auch einfach nochmal nerven. Vielleicht kann man sich ja so auch ein bisschen gegenseitig motivieren.

    So oder so, ich hab mich über ein Lebenszeichen hier gefreut!

    1. Haha, du bist niedlich. 🙂
      Vielen herzlichen Dank für den langen Kommentar und deine Ausführungen. Tatsächlich finde ich es eher motivierend, was du da schreibst. Vielleicht muss ich auch einfach mal wieder an meinen Feedreader ran und mich mehr dem Thema widmen.

      Instagram habe ich bei mir wieder stark ausgemistet, ist aber halt trotzdem noch sehr „perfekt“ und artsy. Ich glaube, das geht auch nicht mehr zum Tagebuch zurück.

      Die IndieWeb-App klingt spannend, auch die Integration von Kommentaren etc. wieder zurück ins Blog. Aber da kommt doch dann sicher wieder die Cookie-Thematik mit rein und die habe ich bei mir alle gekillt mittlerweile. Oder geht das anders? Und wie komplex ist das mit der IndieWeb-App?
      Instagram&Co sind einfach schneller gepostet und ich muss die Bilder auch nicht auf die optimale Größe zuschneiden und minimieren von der Dateigröße her.

      Kurzum: Ich bin interessiert. 😀

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