D.

Das deutsche TV-Ärgernis

Allmählich habe ich die Nase voll von deutschen Programmdirektoren.
Dieses Einkaufen von englischen und amerikanischen Serien, das Legen auf dämliche Sendeplätze und dann das abrupte Absetzen, weil’s zu wenige kucken.
Liebe Programmdirektoren, lasst euch gesagt sein: Es nervt!

Ich weiß gar nicht, ob der ganze Spaß für mich mit O.C., California oder One Tree Hill begonnen hat.
Die letzte Staffel von O.C. habe ich nämlich nicht wirklich gesehen, weil die dann auf einmal samstags im Vormittagsprogramm von Pro7 lief. Und One Tree Hill kam zu der göttlichen Zeit von 10 Uhr Sonntag morgens. Man mag’s kaum glauben, aber auch Serienjunkies haben ein Leben und sind nicht immer in der Lage, sonntags so früh wach zu sein, um fernzusehn.

Das hatte dann aber ganz schnell ein Ende, indem man OTH einfach absetzte. Was soll’s. Die paar Leute, die sich den Kram angeschaut haben, sind ja selbst schuld. Danke. Man will ja vielleicht wissen, wie es weitergeht.
Netterweise konnte ich mir die erste Staffel anderweitig besorgen. Dann, ein Jahr später, der nächste Versuch von Pro7 mit OTH. Diesmal dachte man sich: Hey, Sendeplatz unter der Woche. 10 Uhr. Suuuper Idee. Nicht. Manche Leute haben Schule. Uni. Müssen arbeiten. Schonmal was davon gehört?

Gut, auch von diesem Sendeplatz wurde OTH nach kurzer Zeit wieder gestrichen und die Serie im deutschen Fernsehen eingestampft. Wisst ihr was? Dann halt nicht. DVDs und die englischsprachigen aktuellen Folgen besorgt. Das habt ihr nun davon.

Und was macht ihr jetzt?
Unter großem Juchhee und Tohuwabohu habt ihr Gossip Girl und 90210 angekündigt. Schön. Sendeplatz: Weniger schön. Samstags ab 16 Uhr. Aber was macht ein Süchtiger? Auch das lässt er über sich ergehen. Und was lesen meine müden Augen irgendwann in den letzten Tagen? Gossip Girl und 90210 gehen. Vielen Dank auch. Immerhin wird zumindest die erste Staffel von Gossip Girl zufällig bis zum Ende ausgestrahlt. Wie 90210 weitergeht, kann man sich dann selbst zusammenphantasieren.

Das Gleiche mit Men in Trees auf VOX. Ich fand die Serie lustig und unterhaltsam. Und ich mochte Anne Heche. Und auf einmal wird das wieder abgesetzt. Zweimal übrigens. Erst lief es Freitag abends (22.15 Uhr) nach den Gilmore Girls, die auch schon viel zu spät kamen für einen Freitag (21.15 Uhr). Und da wundert man sich, über schlechte Einschaltquoten. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Manche Menschen führen ein Leben, und gehen am Freitag abend gerne mal weg oder beschäftigen sich anderweitig, als damit, vorm Fernseher zu sitzen.

Naja. Jedenfalls wollte ich das mal loswerden.
Und ihr braucht euch gar nicht wundern, dass immer weniger Leute einschalten, bei solch einem Wirrwarr. Da schau ich doch lieber alles gleich im Originalton an. Bekomm den Kram nur minimal zeitversetzt, nicht mies übersetzt, nicht mitten in der Nacht oder zu sonstigen unmöglichen Uhrzeiten ausgestrahlt und muss noch dazu nicht damit rechnen, dass ich von heute auf morgen ohne große Vorwarnung und ohne eine Geschichte zu Ende zu bringen wieder auf kalten Entzug gesetzt werde.

F.

Fernweh

Kaum zuhause in der WG will ich schon wieder weg.
Der freundliche Empfang blieb aus. Stattdessen erwartete mich ein: „Beim nächsten Mal räumst du die schimmeligen Sachen bitte aus dem Kühlschrank!“ ohne Namen auf meinem netten Zettel mit der Bitte, dass doch jemand von denen meine Pflanzen einmal pro Wochen gießen solle.

Ich bin mir keiner schimmeligen Sachen bewusst. Und meine Pflanzen wurden auch kein einziges Mal in den letzten 14 Tagen gewässert. Ich bin gespannt, ob ich die wieder aufgepäppelt bekomme.

Allerdings stand meine Schlafzimmertür sperrangelweit offen. Die hatte ich vor meiner Abfahrt geschlossen. Und zwischen meiner Wäsche auf dem Wäscheständer begrüßte mich eine abgetragene, verwaschene, enge Männer-Boxershorts in L.

Herzlich Willkommen zuhause.
Die Stunde hat auch gereicht. Kann ich bitte wieder gehen?

K.

Kino: Vicky Cristina Barcelona

VickyCristinaBarcelona_Filmplakat

Da der Abend zu sonst nichts zu gebrauchen war und ich diesen Film schon seit Wochen und Monaten endlich anschauen wollte, haben wir uns kurzfristig dazu entschlossen, ins Open-Air-Kino in Karlsruhe zu gehen.

Aller Regenwarnungen zum Trotz blieb das Wetter glücklicherweise stabil, auch wenn es zwischendurch am Himmel blitzte und wir uns schon in einem tollen Gewitter vermuteten.

Aber bis zum Ende des Films blieben wir verschont und kamen auch trocken wieder zuhause an. Das Gewitter zog ohne Zwischenhalt weiter.

Und nun zum Film:

Story

Die Freundinnen Vicky und Cristina verbringen den Sommer bei Vickys entfernten Verwandten in Barcelona.
Vicky ist eine sehr pragmatische Person, die im Anschluss an den Spanienurlaub mit ihrem Verlobten in den sicheren Hafen der Ehe einlaufen will. Cristina ist hingegen eine leidenschaftliche Romantikerin, die lieber ihren Gefühlen als purem Sachverstand folgt.

Als der Künstler Juan Antonio in einem Restaurant auf die New Yorkerinnen zugeht, sie in sein Haus in Oviedo einlädt und ihnen ohne Umschweife mitteilt, mit ihnen schlafen zu wollen, ist Vicky entsetzt, während Cristina sofort dem Charme des Spaniers erliegt. Trotz Vickys Bedenken fliegen sie schließlich doch mit Juan Antonio, der ihnen die Sehenswürdigkeiten Oviedos zeigt und sich als wahrer Gentleman entpuppt.
Bald ist auch Vicky von dem Maler fasziniert, der immer wieder von seiner leidenschaftlichen Beziehung zu seiner impulsiven Ex-Frau Maria Elena berichtet, die angeblich mit einem Messer auf ihn losgegangen ist…
via

Ich muss sagen: Für einen Woody-Allen-Film recht wenig durchgeknallt. Was dem Film keinen Abbruch tat. Die hitzigen spanischen Dialoge zwischen Juan Antonio und Maria Elena sind einfach zu genial. Da kann man auch als Spanischnichtversteher getrost auf das Lesen der Untertitel verzichten, zumal eh nur die Hälfte übersetzt wird.
Die Menschen im Kino wollten aber eher nicht darauf verzichten, so dass sie regelmäßig beim Einblenden der Titel wieder aus ihren Stühlen hochrückten und die Köpfe streckten. Das Beobachten dieser Aktion war auch ein unterhaltsames Unterfangen.

VickyCristinaBarcelona_Cruz_Szene

Jedenfalls dachte ich, das werde wieder ein Film, der hauptsächlich durch meine gute Scarlett getragen wird. Aber weit gefehlt. Die Besetzung ist top und Scarlett driftet sogar ein wenig in den Hintergrund.

Ein Film über die Irrungen und Wirrungen im Leben und der Liebe. Die Frage nach der Moral und was Normalität bedeutet. Mit viel Witz, Charme und Intellekt. Und für mich auch immer ganz wichtig: Schöne Bilder. Und das Thema Fotografie und Kunst spielt eine kleine Rolle. Der Künstler ansich. Manchmal findet man sich in sowas wieder.
Prädikat: sehenswert.

Mein Highlight nach der Vorstellung war folgender Satz eines Mitschauenden: „Vicky Cristina Barcelona. Komischer Titel, was?“
Äh. Nein?!

F.

Frage zu H&M

Was hat eigentlich dieser Satz nach der Bestellung zu bedeuten:

Wir liefern Ihre gesamte Bestellung, auch wenn der Gesamtbestellwert den für eine „Bezahlung nach Lieferung“ bewilligten Betrag überschreitet. Wenn Sie Ihr Paket geliefert bekommen, bezahlen Sie nur den Differenzbetrag.

Ich finde den so kryptisch und hab nicht wirklich eine Ahnung davon, was die nun von mir wollen. Das einzige, was ich verstehe: Der Bestellwert ist hoch.

A.

Anzeige, Teil 2

Es tut sich was.
Gestern bekam ich einen Anruf von der Polizei Gießen. Erst hatte ich Angst, was nun schon wieder passiert sei. Aber ich wurde nur gefragt, ob ich heute Zeit hätte, auf das Revier zu kommen und mir die Datenbank mit Fotos von eventuellen „Tätern“ die in Frage kämen, anzusehen.
Ich verneinte, da ich derzeit nicht in Gießen sei. Somit wurde mir gesagt, dass sich nächste Woche ein Kollege mit mir in Verbindung setzen wird, mit dem ich die Datenbank durchgehen soll.

Ich hatte es schon fast vollständig vergessen. Aber ich wurde vorgewarnt, bevor ich die Anzeige stellte. Also geh ich nächste Woche mal vorbei und schau mir Bilder an.

B.

Berlin vs. Karlsruhe

Mittwoch auf Donnerstag Nacht kamen wir nach 2 Wochen Berlin in Karlsruhe an.
Um halb eins stiegen wir am Bahnhof in unsere S-Bahn. Einmal quer durch die Innenstadt. Und zwei oder drei Haltestellen vor unserer stiegen sie ein: Die laut Handy-MP3-Player-Musik-hörenden Kiddies. Eine Gruppe von 2, 3 männlichen Jugendlichen. Herzlichen Glückwunsch.
Und bei diesem Lärm fiel es mir auf: Sowas ist uns in 14 Tagen Berlin nicht begegnet. Kein einziges Mal. Zumindest nicht so auffällig nervtötend, dass es sich ins Gedächtnis gebrannt hätte.

Jedenfalls hielt die S-Bahn von einem Moment auf den anderen. Der S-Bahnfahrer kam aus seinem Kabuff und wies die Jungs zurecht. Musik in der S-Bahn sei verboten sie sollen den Lärm abschalten. Die Jungs redeten sich raus mit: „Wir haben’s doch schon ausgemacht.“ (Ja, aber erst, nachdem Herr S-Bahnfahrer euch „freundlich“ darauf hingewiesen hat und nicht schon beim Einsteigen!) und „Aber da steht nur ein Lautsprechersymbol.“
Dass der Fahrer noch etwas ausfällig wurde mit einem „Da sind extra Symbole, für die Leute, die nicht lesen können.“ behalte ich mal für mich.
Die Musik war aus. Ich froh. Und die Jungs verwarnt mit einem: „Wenn ich nochmal was höre, schmeiß ich euch ‚raus!“

Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen.

Ein paar Meter weiter, gleiches Spiel von vorne. Die jungen Herren machten bar jeder Vernunft wieder diesen Lärm an.
Fahrer taucht wieder auf, diesmal noch aufgebrachter und noch weniger freundlich, schmiss die Jungs aber nicht, wie angekündigt, ‚raus.
Dann kam die Haltestelle Europaplatz. Draußen sahen wir, ganz in CSI-Manier, zwei uniformierte Herren lossprinten. Ich fragte noch: „Was ist denn da schon wieder los?“ und der Mann meinte: „Na, schau mal, wo die hinlaufen!“.
Und tatsächlich. Die MP3-Handy-Gruppe wurde von den uniformierten Sicherheitsdienstherren in Empfang genommen. Und als Geschenk gab’s für die MP3-Jungs eine kleine Anzeige.

Ich kam aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Da ist man in Berlin. Brennpunkt. Tausende, Abermillionen von Menschen. Unterschiedliche Sozialstati Statusse soziale Herkünfte und Milieus. Verschiedene Welten. Und es passiert: nichts.
Nicht einmal eine Stunde in Karlsruhe, und dann gleich so eine Action. Schöne neue Welt.

B.

Berlin – Eine Liebesgeschichte

Zum ersten Mal erblickte ich Berlin im Jahr 2004. Klassenausflug vom 28. Juni bis zum 03. Juli. Schon damals kam ich verzaubert zurück. Schon damals war ich absolut verliebt in diese Stadt. Schon damals ging es wochenlang nur „Berlin hier, Berlin da“. Und schon verkündete ich laut: „Wenn ich mal groß bin, zieh ich nach Berlin!“

Und auch jetzt, 5 Jahre später, ist der Wunsch danach wieder größer, als je zuvor. Aber nicht ohne das typische auf und ab in einer Liebesgeschichte. In 5 Jahren passiert einiges. So haben wir uns nach einiger Zeit ziemlich voneinander entfernt. Konnte ich mir 2004 und auch 2005 noch sehr gut vorstellen, mein Dasein in Berlin zu fristen, veränderte sich das immer mehr. Großstadt? Ich? Neeee! Lieber was kleineres, dörflicheres, gemütlicheres. Berlin ist doch nichts auf Dauer. Nää!

Dennoch wusste ich, dass es eine tolle Stadt ist. Nur dort leben, das konnte ich mir beim besten Willen nicht mehr vorstellen. Aber da ich Berlin endlich mal wieder sehen wollte, machte ich mich im Mai auf den Weg dorthin. Gesehen habe ich aufgrund einer akuten Augenentzündung leider recht wenig, aber einmal in der Friedrichstraße zum Augenarzt, Bummel über den Hackeschen Markt plus Alexanderplatz plus Rückweg durch Mitte und ein Sonntag im Rudolph-Wilde-Park/Volkspark Schöneberg taten ihr übriges. Abends saß ich im Zug nach Hause und fühlte mich wieder frisch verliebt.

Zum Abschied sagte ich noch, dass ich eigentlich davon ausging, Berlin sei für mich durch und es nun echt fies sei, mir diese schönen Dinge von Neuem zu zeigen. Dadurch bekomme ich doch nur wieder Lust auf mehr. Und ja, schon da machte sich allmählich der Gedanke breit, für ein paar Jahre nun doch nach Berlin zu gehen.
Ich schwelgte voller Herzchen in den Augen von der Stadt. Vom Leben. Von den Leuten. Und plante den nächsten Trip.

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Dieser ist nun auch beendet. Die Zelte (vorerst) abgebrochen. Und ich bin einem Wendepunkt in meinem Leben noch ein Stückchen näher. Der September beendet mein Studium. Die Wohnung in Gießen ist gekündigt. Somit wäre ich „frei“.
Und ja, wenn die Möglichkeit besteht, und da bin ich mir jetzt und heute ganz sicher, sage ich „Ja“ zu Berlin. Ich möchte mein Leben mit der Stadt teilen. Jetzt muss sie nur auch noch wollen.

Job. Wohnung.
Bezüglich Wohnung mache ich mir weniger Gedanken. Meine Sorge gilt eher dem Job.
Ich weiß nicht, ob ich den Mut aufbringe, ohne Sicherheiten den Weg zurückzulegen. Und mir an Ort und Stelle etwas für den Übergang zu suchen, falls es mit der Festanstellung im Bereich Personal- und Organisationsentwicklung nicht klappt.

Aber ich bin noch jung. Habe keinerlei Verpflichtungen (außer mir selbst und ab Oktober sämtlichen Versicherungen gegenüber). Und ist es eine große Liebe, ein Lebenstraum, nicht wert, dieses Risiko auf sich zu nehmen?

D.

Das Leben lehrt…

Merke: Wenn du den Bus eventuell noch bekommen könntest, geb dein Bestes und nimm ihn. Es könnte sein, dass danach nie wieder einer fährt.

Fakten: Ich und die Linie 100 stehen seit heute auf Kriegsfuß. Wunderbar brachte sie uns zur Goldelse. Dann kamen wir zurück und wollten ein paar Haltestellen weiter. Standen an der Ampel: Bus steht da. Wir haben „grün“. Bus „rot“. Kurz darüber nachgedacht, lieb und verzweifelt zu gucken, in der Hoffnung, dass er nochmal kurz die Tür aufmacht. Er stand ja eh.
Aber ich dachte mir: Nein, der ist bestimmt eh auch schon genervt von den Touris und der nächste Bus wird nicht lange auf sich warten lassen.

Ja, sollte man meinen. Aber der nachfolgende Bus kam nicht. Der darauffolgende auch nicht. Der darauf tauchte auch nicht auf.
Dank eines freundlichen Herrn der Berliner Infohotline hatten wir in Erfahrung gebracht, dass unser Museumsausflug somit geplatzt sei. Die hatten nämlich nur bis 18 Uhr geöffnet. Juchhe.
Da ich irgendwann keine Lust hatte, noch länger zu warten hieß es: laufen. Und ich hatte Durst. Solchen Durst. Aber nach gefühlten 10 Kilometern und Phantasierereien meinerseits aufgrund des Wasserhaushaltminus‘ fanden wir noch etwas zu trinken.
Und anschließend auch eine fahrende U-Bahn.

Der Linie 100 sind wir im weiteren Verlauf des Spätabends dann natürlich noch mehrmals begegnet. Sie hatte wohl irgendwann beschlossen, nun doch wieder die Fahrt aufzunehmen.

F.

Fragen, die die Welt bewegen….nicht

Sagt mal, wie genau ist eigentlich die GoogleReader-Blogfeeddetailanzeige?
Wenn man sich da ein Blog ansieht und dann rechts oben auf „Details anzeigen“ klickt, kann man eine grafische Auswertung der Blogpostings sehen (sonntags gibt’s am Meisten Blogpostings von mir, vorzugsweise nach 22 Uhr), die durchschnittliche Anzahl von Postings pro Woche (16,6 Muss ich mir Sorgen machen?!) und die Anzahl der Abonnenten (16).
Nun, wie genau ist das nun? Also die Abonnenten mein ich. Haben wirklich 16 Verrückte Leute meinen Feed abonniert? Und sind das dann alle oder nur die, die den GoogleReader nutzen?

Wenn sich da mal jemand melden und mich aufklären könnte, wäre ich unwissendes Ding sehr dankbar.
Ich kann nämlich nicht glauben, dass sich 16 Leute hier tummeln. Hier ist doch nichts los.