Eingepackt. Ausgezogen. Umgezogen. Eingezogen.
In Karlsruhe angekommen. Total am Ende. Es war ein Scheißtag. Und uns tut alles weh. Alles.
Gute Nacht!
Surprise, surprise
Manche Freunde überraschen einen dann doch.
Und unerwartete Überraschungen sind doch die Schönsten, nicht wahr?
Aber traurig macht’s dann auch. Dass das alles bald vorbei sein soll und wird.
In diesem Sinne: Ein vorletztes Gießener „Gute Nacht“.
Selbstreflexion
Grundsätzlich bin ich eine Chaos-Queen. Wo man mich findet, ist das Chaos nicht fern. Das geht innerhalb weniger Minuten (fragen Sie den Mann!).
Aber während meines Studiums habe ich bemerkt, dass sich irgendwo ein nicht unwesentlicher Hang zum Perfektionismus in meinem kleinen Körper und Dasein befindet. Dummerweise zeigte dieser sich immer nur in den unmöglichsten Situationen. Während der Thesis und dem Hausarbeiten schreiben fiel das am Stärksten auf.
Ich kann da nicht einfach darauf losschreiben um nach und nach am Text zu arbeiten. Bevor ich loslegen kann, benötige ich eine nahezu perfekte Grundlage in meinem Kopf.
Das hat mir Schwierigkeiten bereitet und dazu geführt, dass in den letzten Tagen vor der Abgabe der Stress ausgebrochen ist.
Ich mache mir viel zu viele Gedanken anstatt einfach mal loszulegen. Ich muss vorher wissen, wie genau ich 40 Seiten zu füllen pflege anstatt einfach mal mit den ersten 10 zu beginnen.
Im Nachhinein kamen die Seiten gut zusammen. Die Arbeit am Thema hat mir Spaß gemacht, war interessant. Und wie immer sage ich mir: Hättest du mal lieber früher angefangen.
Aber diesmal ist es anders. Zum Ende meines BA-Studiums bin ich um die Erkenntnis reifer, warum ich nicht früher anfange.
Ich gebe zu, drei Jahre sind eine lange Zeit – aber lieber spät, als nie.
Und ein Studium sollte doch auch dafür gut sein, mehr über sich selbst zu erfahren.
Point of no return
Er ist erreicht. Der Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt.
Morgen werde ich meine letzte Prüfungsleistung abgeben. Am Montag folgt der Exmatrikulationsantrag.
Sämtliche Verträge sind gekündigt. Der Sprinter gemietet. Die Wohnung organisiert. Und ein Licht am Horizont in Gestalt meines Ex-Chefs ist auch unverhofft aufgetaucht.
3 Jahre. Drei lange Jahre die auf einmal erscheinen, als seien sie wie im Fluge vergangen. Unwirklich. Ein weiterer wichtiger Lebensabschnitt neigt sich dem Ende zu. Aber der nächste Lebensabschnitt folgt auf dem Fuße.
Zum ersten Mal in unserer Paarbeziehung wohnen der Liebste und ich in einer Stadt (wenn auch noch in verschiedenen Stadtteilen, so gehören wir doch zum gleichen JobCenter *haha*).
Zum ersten Mal kein nerviges: Wann sehen wir uns wieder? Sind wir am Wochenende in Gießen oder in Karlsruhe?
Zum ersten Mal: Hey, ich hab Feierabend. Wollen wir ins Kino? Essen gehen? Rumgammeln? Soll ich noch kurz vorbeikommen?
So sehr ich der Zeit in Gießen nachtrauern, meine Freunde hier vermissen werde, so sehr mir der Abschied doch auch wirklich schwer fällt, so sehr freue ich mich auf die neue Leichtigkeit. Mein neues Leben. Eine neue Erfahrung.
Mein Herz klopft vor Trauer und verfrühtem Heimweh nach Gießen aber auch vor lauter Vorfreude auf und auch Angst vor Karlsruhe.
Ein lachendes und ein weinendes Auge begleiten mich zur Zeit. Sehr viel Unsicherheit und ob-das-alles-richtig-so-ist-Fragen.
Meine ersten Schritte im Leben erwerbstätiger Personen. Gut, ich gebe zu, sie sind noch recht wacklig und hilfebedürftig, aber hey, das wird. Ich weiß das. Und ihr seid live dabei.
Und wenn’s etwas länger dauert, weiß ich, ich hab da draußen Freunde. Und das wichtigste: Ich hab den wichtigsten Menschen in meiner Nähe. Das ist Welt.
Letzte Male
Nun sitze ich das letzte Mal am Frankfurter Hauptbahnhof im Zug Richtung Gießen. Wahnsinn.
Nächste Woche um die Zeit werde ich in meinem neuen Zimmer in der neuen Wohnung in Karlsruhe sitzen. Sehr seltsames Gefühl.
Das letzte Mal wirklich nach Gießen in meine vier Wände zu fahren. Und das auch nur, um die letzten Vorbereitungen für den Umzug zu treffen.
Aber immerhin komme ich nun nochmal in den Genuß, das W-Lan im Bahnhof zu nutzen. Nette Sache. Könnte ruhig öfter so sein.
Allerdings habe ich auf den Umzug keine Lust. Am liebsten möchte ich mir schnell die Decke über den Kopf ziehen, schlafen bis Dienstag und dann ist gut. Aber wahrscheinlich funktioniert das nicht.
Lust auf gebratene Nudeln habe ich jetzt. Neben mir sitzt ein Herr, der schön seine Nudeln to go im Zug gegessen hat. Man kann sich in etwa denken, wie es hier nun riecht. Huuuunger!
Werde dann wohl auch Kim Phat ein letztes Mal einen Besuch abstatten. Mittagessen und so.
Schnell Eintrag abschicken, sonst ist das W-Lan weg… 🙂
Bachelorette of Arts
Das Fräulein zimtsternin ist dann wohl mal offiziell eine Bachelorette.
Note weiß ich zwar immer noch nicht genau. Aber bestanden mit gut.
Zum Ende hin flacht es ab und reicht dadurch nicht für eine 1. Sagt mir mein Betreuer. Er hätte das Gefühl, dies wäre auf ein Zeitproblem zurückzuführen. Wie Recht er doch hat.
Kinder, ich sag euch: Was fällt mir ein Stein vom Herzen.
Nachdem die letzte Woche nur Mist war ist diese Woche, abgesehen von meiner swine flu Erkältung, bisher ganz gut. Warten wir ab, was noch so kommt.
Heute schau ich mir also eine WG an und schneie mal beim Arbeitsamt vorbei. So zumindest der Plan.
Willkommen im digitalen Zeitalter
Halten wir fest:
- • Das vergessene Passwort für das Internetportal der Arbeitsagentur bekommt man per Post zugesandt.
- • Und: Datenschutz wird an der Universität großgeschrieben. Aus diesem Grund darf man mit mein eigenes persönliches Ergebnis unter garüberhauptkeinen Umständen telefonisch mitteilen. Die Kollegin wird das alles eintragen, wenn sie wieder gesund ist.
Da hilft auch das Wissen der eigenen Matrikelnummer, Geburtstdatum und Adresse nicht weiter. Hat mich ja nicht zu interessieren, ob ich durchgefallen bin oder nicht.
Kaninchen-Hausarbeiten
Gemeinsam macht die Arbeit doch viel mehr Spaß.
Und ja, das macht er immer.
Waiting Line
Der Tag der Abgabe. Fotot nach der Abgabe. Mit meinem Exemplar.
Vier Wochen ist es nun mittlerweile her.
Noch einmal schlafen und ich erfahre mein Ergebnis.
Mein Herz hat Aussetzer und überschlägt sich gelegentlich beim Denken daran. Angst und Vorfreude und Entspannung wechseln sich ab. Angst überwiegt.
Ich bin gespannt.
Nightmare und so.


