Ich verfolge diverse Blogs zu den verschiedensten Themen.
Beispielsweise einige Blogs zu Personal- und Organisationsentwicklungsthemen. Berufswunschbedingt.
Und Fotoblogs. Inspirationsbedingt.
Und Fotografieblogs. Inspirations- und weiterbildungsbedingt.
Bedingt durch mein Studium habe ich schon verinnerlicht, dass man nie auslernt. Es gibt immer wieder neue Dinge zu entdecken und erlernen. Und am schönsten finde ich es, von anderen zu lernen.
Leider wird daraus oft weniger ein „in den Austausch treten“, als vielmehr ein „in den Wettbewerb treten“. Und hier möchte ich ansetzen und speziell die fotografisch ambitionierten unter den Bloggern und Flickrern anvisieren.
Ich habe das Gefühl, dass viele ihre Aufnahmetechniken oder ihr Postprocessing nicht preisgeben wollen. Entweder will man dann anderen nicht helfen oder man hat Angst vor etwas. Vielleicht Angst davor, dass einem die Technik geklaut wird? Dass es zu viele Nachahmer gibt?
Das kann ich einerseits verstehen. Immerhin hat man sich das eventuell alles selbst angeeignet und hatte es schwer dabei, musste lernen, und nun kommt jemand daher, der das dann vielleicht nachmachen möchte und sich somit den langen Arbeitsweg erspart. Aber andererseits denke ich mir: Ohne Hilfe von anderen wären viele nicht so weit, wie sie jetzt sind. Sei es im Austausch mit Freunden, oder doch mal bei Flickr oder sonstwo nachgefragt und einen Tipp bekommen und und und.
Ich weiß es nicht. Es sind nur Vermutungen.
Und ich möchte mich davon nicht freisprechen. In keinster Weise. Ich bekomme auch öfter Anfragen, wie das Bild bearbeitet wurde, was für ein Objektiv, Blende, Brennweite etc. Und ich gebe zu, dass ich da früher auch sehr verhalten drauf reagiert habe. Oft auch eine Antwort von oben herab gegeben habe. Ein wenig besserwisserisch. Als hätte ich die Weisheit mit Löffeln gefressen.
Im Nachhinein denke ich, dass das viel mit der Angst davor zu tun hatte, dass es andere dann besser machen, als ich. Kopiererei, ohne dass ich meine Technik wirklich ausgereift habe. Angst, dass jemand das, was ich mir selbst beigebracht habe, ganz schnell übertragen kann und damit vielleicht noch mehr Lob einheimst, als ich.
Doch mittlerweile weiß ich, dass das absoluter Blödsinn ist.
Sicherlich gibt es manche Dinge, die bindet man nicht jedem auf die Nase, weil man es sich vielleicht mühsam selbst erarbeitet hat. Aber dennoch finde ich es wichtig, dass man sich austauscht.
Daher bekommen mittlerweile Leute, die nach der Entstehung oder der Bearbeitung eines bestimmten Fotos fragen, auch eine Antwort. Die ist zunächst nicht unbedingt detailliert, weil das auch Arbeit und Zeit in Anspruch nimmt. Aber ein kurzes Statement dazu gebe ich. Wenn das reicht, gut. Wenn nicht, gerne auch nochmal ausführlicher.
Wenn ich irgendwo ein Foto sehe, das mich anspricht, und ich mir selbst die Bearbeitungsschritte nicht zusammenreimen kann, dann frage ich nach. Und bin dann umso enttäuschter, wenn ich keine Antwort erhalte.
Dabei gibt es aber auch zwei Arten. Die einen antworten erst gar nicht und von den anderen erhält man eine lapidare Antwort, die dann allerdings auch nicht weiterhilft, weil alles so selbstverständlich klingt, und einem das Gefühl gibt, dass es eine blöde Frage war, weil alles so offensichtlich ist. Oder einfach nur Stichworte fallen ohne weitere Erklärung. Kontrast. Hochpassfilter. Fertig.
Oder aber man bekommt die Antwort: Da hab ich nicht viel gemacht. Großartig. Da hat man anschließend das Gefühl hat, dass man so absolut unnötig gefragt hat.
Wenn Leute, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen, ihre Techniken nicht für lau preisgeben wollen, dann verstehe ich das. Bei dem ein oder anderen hat das dann auch etwas mit Wiedererkennungswert und Marke zu tun. Aber bei Privatpersonen, die das als Hobby betreiben, kann ich es nicht immer nachvollziehen.
Ich denke, wenn ich etwas ins Netz stelle, werden über kurz oder lang immer Fragen zum Entstehungsprozess kommen. Dann habe ich zwei Möglichkeiten: Entweder ich habe a) Angst vor Nachahmern. Oder ich sehe es b) als Kompliment, dass jemandem meine Arbeit so gut gefällt, dass er wissen will, wie ich das gemacht habe. Was dahinter steckt.















