Re: Für mich ist das iPhone eine Kamera

Martin schrieb die Tage darüber, ob man das iPhone als Kamera zählen kann, oder nicht. Ich antwortete darauf, dass gerade die sehr gute Kamera und die unzähligen Fotoapps mit ein ausschlaggebender Grund für mich waren, zum iPhone zu wechseln.

Mit seiner NYC-Serie, die in diesem Fall nur mit dem iPhone 4 und der Camera+-App entstanden sind, liefert er den nachträglichen Beweis, dass es durchaus eine Kamera ist. Ich bezweifele nämlich, dass für alle sofort klar gewesen wäre, dass die Bilder nicht mit einer Spiegelreflex- oder Point-and-shoot-Kamera entstanden sind, wenn es nicht ausdrücklich dabei stünde.

Einer der Kommentare darunter ist folgender:

Martin antwortet zurecht: Übungssache. Denn viel mehr ist es wirklich nicht. Man kann den Blick für Motive trainieren. Aber wie Sport muss man das regelmäßig und intensiv tun, damit am Ende etwas dabei herumkommt.

Ich habe keine Lust, meine DSLR überall mit hin zu schleppen. Ich versuchte es eine Weile lang, weil ich merkte: Ich fotografiere zu wenig. Das Ende vom Lied war jedoch: Mehr Fotos machte ich auch nicht. Dafür war ich verspannter. Vom ständigen Herumtragen. Ergo: Kamera lieber wieder zuhause lassen. Führt eh zu nix.

Zurück zum iPhone: Mein Telefon habe ich immer dabei. I M M E R. Und es ist leicht. Es ist schnell. Hat die Bildbearbeitung auch gleich drin. Also mache ich damit Fotos. Bearbeite sie mit verschiedenen Apps. Croppe. Lege Filter darüber. Bis es aussieht, wie ich mir das vorstellte, als ich das Bild aufnahm.
Allmählich entwickelt sich dadurch auch ein Blick für die Bilder. Motive. Für die Bearbeitung. Ich nehme etwas unterwegs wahr und sehe direkt vor mir, wie es aussehen könnte. Also mache ich das Bild und drehe alles so hin, damit es in diese Richtung geht.
Genau dieser Blick lässt sich dann auf alles andere übertragen. Ich versetze mich in die Lage, Motive zu sehen. Egal, mit was ich sie fotografisch festhalte.

Sicher, das Thema kann polarisieren. Das ist auch gut so. Meiner Meinung nach ist die Kamera eines Smartphones super, um das Auge für Motive und den richtigen Moment zu schulen, kommt jedoch auch schnell an Grenzen, was beispielsweise Tiefenunschärfe und weitere gestalterische Möglichkeiten einer (D)SLR angeht.
Eine Hochzeit nur damit würde ich niemals fotografieren. Dafür brauche ich meine Spiegelreflex. Ich würde meine Canon nie gegen eine Smartphonekamera eintauschen. Sie ersetzt sie nicht. Und das soll sie auch gar nicht.

12 Kommentare

  1. kampffussel 8. Juni 2011 um 19:08

    das iphone ist eine prima ergänzung zur „normalen“ kameraausstattung … das sehe ich genauso. meine lieblings-app ist hipstamatic 😉

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  2. kowi 8. Juni 2011 um 19:24

    Das schöne an den smartphone-cams ist ja die Reduzierung auf das Wesentliche. Ich fühle mich weniger abgelenkt, als wenn ich mit einer SLR unterwegs bin. Genau deswegen zücke ich in letzter Zeit auch öfter das Desire. Einfach um den ‚Blick‘ zu schulen – denn da besteht noch mehr als ausreichend Bedarf 🙂

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  3. Pablo 8. Juni 2011 um 21:35

    Schließe mich deiner und Martins Meinung komplett an. Es geht schnell, man hat sie immer dabei und macht einfach Spaß. 🙂

    Da ich mir das Bild jedoch noch nicht „vorher“ komplett vorstelle, sondern lieber hinterher noch dran rum spiele, finde ich Camera+ deutlich angenehmer als Hipstamatic. Das liegt aber vermutlich nur an meiner Vorstellungskraft… =/

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  4. Patric 8. Juni 2011 um 21:48

    Das „immer dabei haben“ und die rel. gute Qualität dürfte auch der Grund gewesen sein weshalb man ab Herbst beim iPhone einen Kamera Button auf dem Lockscreen hat und die Lautstärketaste zum Auslösen nutzen kann.
    Spontane Bilder sind halt doch noch am besten. Sie sind pur, unverfälscht und nicht durchoptimiert.

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  5. KranzKrone 9. Juni 2011 um 04:17

    Alleine der Trend bei Flickr den das iPhone 4 und dessen Bilder ausgelöst haben, sollte auch dem Letzten gezeigt haben zu was das iPhone 4 zu gebrauchen ist. 😉

    Bilder mit dem iPhone 4 mache ich regelmässig und auch sehr häufig, nur teilen tue ich diese Fotos bisher mit niemanden. Erst wenn ich mir über die Lizenz, welche die richtige für mich ist, im klaren geworden bin dann werden meine ganzen Schnappschüsse auch veröffentlicht. 🙂

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  8. Philipp 9. Juni 2011 um 22:01

    War ich anfangs doch skeptisch gegenüber Hipstamatic und so weiter, spielte ich auf dem iPod mit diesen Apps herum und sehe das jetzt ganz genau so – das iPhone geht auf jeden Fall als Kamera durch. Und das ist auch ein wichtiges Kriterium zum iPhone-Kauf, den ich demnächst tätigen werde.

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  9. anne 20. Juni 2011 um 13:29

    du hast recht, ja. die große Kamera ersetzt es nicht, aber ich merke an mir, dass ich einfach mehr Bilder mache. So ein iPhone ist eben schneller mal rausgeholt und mitgenommen als die große schwere Kamera.
    Man nimmt mehr „Wegesrand-Bilder“ mit.

    @ Kranzkrone: twitpic soll da ganz schlimm sein, sie sichern sich die Verkaufsrechte an allen hochgeladenen Bildern. Was facebook mit Bildern vorhat, weiß keiner, aber dass da was krummes am laufen ist, merkt ja fast jeder. Ich weiß ja nicht, wie das bei instagram läuft, aber es scheint mir ein ziemlich geschlossenes System zu sein. ich hab mich für tadaa entschieden um meine Bilder zu zeigen, da bleiben meine Bilder meine Bilder und einen schicken Fotoblog gibts noch dazu.

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  10. KranzKrone 20. Juni 2011 um 13:54

    @anne: Diese ganzen Netzwerke sind mir sowie so alle suspekt und nicht ganz koscher und von daher bleiben meine Bilder auch auf „meinem Server/Web-Paket“ und damit hat es sich. 😉

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  11. Pingback: Warum ich mir ein iPhone 4S bestellte | Fräulein zimtsternin

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