I.

Immer wieder schön

Aus der einfachen Augenentzündung wurde dann doch -wie von mir vorhergesagt- eine rezidive Iritis.
Die Sprechstundenhilfe meines Augenarztes wollte, dass ich bis Freitag abwarte, liess sich dann aber doch überzeugen, dass ich spätestens am Donnerstag kommen möchte. Und das war gut so.

Ab Donnerstag dann also gleich eine Ladung Cortison und Freitag morgen nochmal kommen. Freitag bekam ich dann das Muskelrelaxanz dazu. Bedeutet: Die Pupille hat nun bis auf Weiteres Tag der offenen Tür.

Übers Wochenende sollte ich weiterhin tropfen und am Montag wieder kommen.
Am Sonntagabend konnte ich als Karl-Dall-Double durchgehen. Aber: alles fühlte sich besser an, ich war guter Dinge.

Weit gefehlt. Am Montag hielt ich prompt eine Notfallüberweisung in die Klinik in Händen. Cortison spritzen oder als Infusion. Meine Welt ging unter.
Ich war alleine. Und sollte nun eine Spritze bekommen. Ins Auge?!? Geht gar nicht.
Mir war sofort unendlich schlecht.

Nach vier Stunden hatte ich das Warten, die Untersuchungen und die Spritze hinter mir. Plus die Empfehlung des Oberarztes, mich stationär aufnehmen zu lassen. NEVER EVER!!!!

Aber ich solle morgen schonmal ein paar Sachen mitbringen für die Nacht. Wenn es nicht besser wäre, würden sie mich einkassieren. Großartig.

Zitternd und sicherlich absolut unterkühlt und kurz vorm Kreislaufzusammenbruche machte ich mich auf den Weg nach Hause. Mit dem bereits erwähnten Blutstrahl über meinem Gesicht.

Dienstag wartete ich wieder an die 4-5 Stunden und dann kam er, der besagte Kreislaufzusammenbruch. Direkt nach der Spritze. Also Beine hoch, Fenster auf, ruhig atmen, Wasser trinken. Und ab nach Hause.

Mittwoch durfte ich später kommen und war sofort dran. Allerdings nicht bei der Assistenzärztin der letzten Tage, die ich mittlerweile schon so sehr ins Herz geschlossen hatte (ich mag ihren türkischen Akzent und ihre absolut angenehmen warmen Hände).

Tja, dieser Arzt war weniger herzlich. Sprach kaum mit mir, knallte mir eine „andere, weniger toxische Betäubung“ ins Auge, die so weh tat, als würde er mit einer Rasierklinge in meinem Auge herumfuhrwerken.
Dafür spürte ich von der Spritze rein gar nichts mehr. Nur dass mir das Blut wieder aus dem Auge lief.

Also ab ins Bad, bevor ich mich auf den nach Hause Weg machte. Fehler. Mir wurde schlecht. Das weiße des Auges quoll seitlich heraus, ich sah absolut entstellt aus und im Auge verlief an sämtlichen Stellen Blut. Um die Iris. Am unteren Lid. Tränendrüse…
Der Liebste hatte leider einen Termin und ich musste alleine den Weg antreten. Natürlich fuhren mir alle Bahnen vor der Nase weg und ich stand und lief ca. 40 Minuten durch die Kälte.

Und vor heute hatte ich panische Angst. Die Cortisontropfen, die ich weiterhin nehmen muss, brannten höllisch im Auge. Und ich wollte nicht schon wieder eine Spritze. Nicht von dem Arzt.

Und dann lief er mir noch über den Weg, als ich schon fast sicher war, dass er heute keinen Dienst hat.
Aber dann hörte ich die freundliche, weibliche Stimme, die meinen Namen rief, und die Welt war wieder halbwegs in Ordnung.

Dennoch sieht das Auge merkwürdig, nahezu ekelhaft aus. Es widert mich selbst an und ich hoffe, es sind nur harmlose Nachwehen von dem Verstechen von gestern. Eiter oder sowas. Ich will morgen nicht mit einem Blinkerauge erwachen und wieder in die Klinik gehen müssen, wo ich doch eigentlich erst am Samstag wieder zur Kontrolle kommen müsste…

Jedenfalls macht mir das Ganze Angst.
Bei der letzten Entzündung war keine Rede von Spritzen und es ging irgendwie auch so. Wenn auch langwierig.
Und nun bekomm ich seit 4 Tagen Cortison in hochkonzentrierten Dosen direkt ins Auge gespritzt und es schlägt nicht so stark an, wie ich mir das vorgestellt habe.

Wie soll das beim nächsten Mal sein? Eine weitere Steigerung? Das würde dann schon fast OP bedeuten.

Und jedes Mal auch immer die Angst, ob sich die Dioptrien-Zahl wieder erholt nach Abklingen der Erkrankung, odee verschlechtert. Zumal ich auf dem rechten Auge eh schon so böse Werte habe.

Tja, ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich mich mit twenty-something mit so einem Mist rumplagen muss. Eigentlich sollte sowas noch ein paar Jahre Zeit haben.

Aber mein Körper scheint sich schon jetzt dafür entschieden zu haben, ein Wrack zu sein.

Danke für Ihre Aufmerkamkeit.

M.

Millionen

Irgendwie schon seltsam, was wir so Tag für Tag mit uns herumtragen. Ich
glaube Handtaschendiebstahl war noch nie so lukrativ. Vielleicht sollte ich
umschulen…?

Wieauchimmer.
Mir wurde einmal beklaut. Das ist mittlerweile viele, viele Jahre her, aber
es war ein prägendes Erlebnis.

Es war mein geliebter babyblauer Eastpack-Rucksack.
Ich hatte in einer Brillenfiliale in Freiburg meinen Rucksack hinter mir
abgestellt. Als ich mich umdrehte, war er weg… Und alles, was darin war,
mit ihm.

Abgesehen von dem üblichen Kram (Mobiltelefon, Geldbeutel mit Ausweis,
Bankkarten, Regiokarte, Bargeld, Automatenfotos…) waren auch Schulsachen
darin. Mein Ordner. Mein Block. Stifte.
An diesem Tag hatte ich auch Mathe. Oberstufe. Grafischer Taschenrechner.
Für uns als Versuchsklasse das oberneue, noch teurere Modell. Weg.
Mein geliebter MD-Player von Sony. Weg.

Das schlimmste daran war der Verlust der Fotos. Erinnerungen wurden mir
damit geraubt. Und meine Musik war weg.

Der Dieb wird sich gefreut haben. Das gab sicherlich einen schönen
Gesamtwert von ca. 500 Euro. Und ich musste das meinem Mathelehrer beichten.

Aber im Vergleich zu dem, was heutzutage viele von uns mit sich
herumschleppen, sind das Peanuts.

Da ist die Digitalkamera. Im besten Fall ist es eine Spiegelreflex.
Jeder zweite trägt einen iPod mit sich herum. Der ein oder andere hat oft
den Laptop dabei, Uni, Arbeit, Zug, man weiß nie, wann man ihn braucht.
Und für die ultimative Erreichbarkeit und Sicherheit darf ein Mobiltelefon
oder Smartphone à la iPhone, PalmPre oder Milestone nicht fehlen.

Man darf sich eigentlich wirklich nicht ausrechnen, was das für Summen sind,
die nahezu achtlos in unseren Taschen oder Rucksäcken Tag für Tag befördert
werden. Bei manchen ist sogar die Tasche/der Rucksack von hohem Wert…
Und sind wir doch mal ehrlich: Wer von uns hat sich gegen Diebstahl
abgesichert?

Jedenfalls wandere ich seit diesem Vorfall vor geraumer Zeit halbwegs
paranoid durch die Welt.
Und muss gelgentlich daran denken, wieviel hunderte oder tausende Euro
alleine ich zeitweise bei mir trage.

E.

Ein Segen

Mit einem Smartphone plus mobilem Internet bekommt man die Wartezeit beim
Arzt gut ‚rum. Aber irgendwann ist dann auch mal Schluss.

Feedreader ist durch. Zu twittern gibt’s auch nichts mehr. Was mach ich denn
nun?
Eine der Zeitschriften schnappen? Anstrengend. Das Auge beginnt allmählich
zu tränen und ich möcht’s mir damit nicht verscherzen.
Die Nacht war anstrengend. Und ich am Fluchen. Warum bin ich denn nicht
schon früher zum Arzt?!

Irgendwann zwischen 5 und 6 Uhr heute morgen stöpselte ich verzweifelt den
iPod ein und lauschte weiter der Geschichte von Bella und Edward. Der erste
Buchserienhype, dem ich mich nicht vollständig entziehe.
Aber diese Serie ist der einzige Garant für andauernde Unterhaltung.
Immerhin jeweils 6 CDs.

Doch auch das konnte mich nicht von diesem unbeschreiblich starken Schmerz
ablenken. Also eine Verzweiflungstat: Hammerschmerztabletten, die ich noch
vom der Berliner Augenärztin vom letzten Mal hatte.
Die beste Idee seit langem. Die Schmerzen sind weg.

Ich erwartete, mit vollständig geschwollenem und tränendem Auge durch
Karlsruhe zum Arzt dackeln zu können.
Doch ich wurde überrascht. Alles bisher besser als erwartet.

Allmählich lassen die Tabletten jedoch nach und mich durstet nach meinen
Cortisontropfen. Und meinem Bett.

Aber erstmal steht mir eine schmerzhafte Untersuchung mit
höchstwahrscheinlich zig Folgeuntersuchungen bevor.
Und alle so: yeeaah!

N.

Nobody does it better

Der ein oder andere, der mich kennt, wird meine Vorliebe für Ellen von Unwerth kennen. Ich liebe ihre Art und Weise zu fotografieren.

Mein Lieblingsmodel während meines Fotodesignpraktikums vor 5 Jahren hatte mich auf die gute Frau gebracht. Er liebt ihre Fotos und hat wohl auch schon einmal mit ihr zusammengearbeitet. Also musste ich nach Hause und gleich herausfinden, was die so macht. Und ich war begeistert.

Ob mit Farbe oder ohne. Durch die Bank provokant und trotzdem sexy.
Was würde ich hierfür geben: Fräulein Ellen von Unwerth.

Aber jetzt: Just enjoy the show…