D.

Dialog deluxe

Drei Studentinnen warten vor dem großen Hörsaal der Anatomie darauf, hereingelassen zu werden.
Etwas weiter von ihnen entfernt sitzt ein indisch aussehender junger Mann.

Erste: „Ah schau mal, da sitzt der Inder aus dem Seminar bei der W. im letzten Semester.“
Zweite: „Welcher Inder denn?“
Erste: „Na der, der immer so gerne und viel geredet hat.“
Zweite: „Hmm.“
Erste: „Mensch, erinnerst du dich denn nicht an den?“
Die dritte Studentin dreht sich um und schaut sich den Kerl an. In dem Moment hebt er den Kopf.
Dritte: „Ist er das wirklich?“
Erste schnell: „Nö!“

F.

Fortsetzung

Tja, es gibt eine Fortsetzung vom Klischee.
Ich musste heute dringend zur Post. Also Beeilung und schnell zum Bus.
Auf den Bus gewartet und ihn von weitem schon gesehen. Dann der blitzende Einfall: „Hab ich die Briefe überhaupt eingepackt?“

Ich denke, ich kann darauf verzichten, zu erwähnen, dass dem nicht der Fall war und ich wieder nach oben gehen und erst mit dem nächsten Bus in die Stadt fahren konnte.
Wie heißt es so schön? Wer es nicht im Kopf hat, hat’s in den Beinen….

Aber woran liegt das?
Liegt das am Stress? Am Studiengang? Am Alter? Oder einfach nur an mir?

K.

Klischee

In vielerlei Dingen bestätige ich halt doch die Klischees, die man Künstlern und Geisteswissenschaftlern nachsagt.
Allen voran das Klischee des Chaos‘ pur.
Ich hab extra ein kleines, feines, blaues Notizbuch für fotografische Ideen und andere sponante Einfälle. Eigentlich auch immer direkt greifbar. Allerdings suche ich nun mittlerweile schon seit 20 Minuten danach und es ist einfach unauffindbar.
An allen möglichen und unmöglichen Orten hab ich danach gesucht. Ja, sogar im Kleiderschrank (man weiß ja nie). Aktuell stößt mein Sucheinfallsreichtum allerdings an seine Grenzen. Ich habe keine Ahnung wo noch danach suchen. Und meine Laune sinkt minütlich. Das ärgert mich doch sehr.
Keine Spur von dem Teil. Das gibt’s doch nicht. Diese Situation treibt mich gleich noch in den Wahnsinn.

Hmm. Gefunden.
Irgendwie ist es in Umzugskartons verschwunden. Wohl beim „schnell Aufräumen“ passiert.
Ja, möge das Chaos mit mir sein!

S.

Sinnfreies Studentenleben

3 Studentinnen am Schwanenteich:

*pieppiep* *smsankommsignaltonvonsonyericssonhandy*

Erste: „Wer schreibt? Was will er?“

Zweite: „Das geht dich ’nen Scheißdreck an!“

Dritte: „Ohja, diese Freundlichkeit hat mir echt gefehlt.“

Dazu muss gesagt werden, dass sich diese 3 Studentinnen wirklich sehr, sehr gut verstehen und dieser Dialog überzogen mit Sarkasmus ist. Also eher nicht ernstzunehmen. Trug sich aber wirklich heute zur Mittagszeit so zu.

B.

Big brother is watching you

Ich fühle mich beobachtet. Nur fragt man sich jetzt wohl, aus welchem Grund.
Ich werde es erzählen:

Meine Beschäftigung der letzten halben Stunde war es, meinen Stundenplan für das Sommersemester endgültig zusammenzustellen, damit ich morgen in der Unibibliothek meine Kurse eintragen kann. Wenn ich mich an meinen regulären Semesterverlaufsplan halte und alle möglichen Veranstaltungen dafür belege, die angeboten werden, habe ich dennoch Dienstag und Mittwoch frei. Was will man mehr?
Evtl. zieh ich aber noch etwas vor, dann kann es sein, dass ich Dienstag doch zur Uni muss. Der Mittwoch bleibt aber definitiv mein.

Nun aber zum springenden Punkt: Ich könnte auch das WB2-Modul vorziehen. Das zweite Modul zum Thema Weiterbildung/Erwachsenenbildung. Und das bereitet Madame zimtsternin ja so gar keine Freude. Daher gut drum gedrückt und schön im Wintersemester gelassen.
Gerade freute ich mich also ob meinem wundervollen Plan und dem Blick auf ein entspanntes Sommersemester, da macht’s „dingdong“ in meinem Posteingang von Thunderbird. Eine E-Mail von ciao.de.
Betreff:

2,20 Euro für eine neue Umfrage zum Thema Erwachsenenbildung

Eine interessante Umfrage ist das natürlich auch.
Haaa haa.

Z.

Zimmerterror

Meine Mitbewohnerin ist momentan recht fröhlich.
Froh, aufgrund meines Zimmerzustandes. Bisher war es in meinem Teil unserer Wohnung immer recht ordentlich. Nicht alles akurat gestapelt, aber doch überschaubar und kein totales Chaos.
Dem ist nun leider nicht mehr so.
Man sieht meinem Zimmer an, dass ich die letzten zwei Wochen nur dazu da war, meine Tasche neu zu packen. Und man sieht, dass ich die letzten Tage totkrank im Bett lag.

Überall Taschentücher, dreckige Wäsche, Reisetaschen, saubere Wäsche gestapelt, Zeitschriften, Mind-Unlimited-Unterlagen, Lernmaterialien und und und.

Heute stand sie grinsend und zuerst wortlos in meinem Zimmer.
Dann kam: „Endlich bin ich nicht mehr alleine.“
Das kann ich aber natürlich nicht auf mir sitzen lassen. Da ich mich heute länger als 5 Minuten auf den Beinen halten konnte, wurde diese Zeit intensiv genutzt um den Kühlschrank mal grundzureinigen und in meinem Zimmer wieder einen Weg zu bahnen, auf dem man ohne zu stolpern durch’s Zimmer kommt. Das ist mir geglückt. Der Großteil der benutzten Taschentücher (eine Küchenrolle und 3 Packungen Taschentücher) wurden auch schon entsorgt. Und zwar gleich aus der Wohnung raus.

Morgen steht dann mal wieder Wäsche waschen an (mein Kleiderschrank ist nahezu leer) und mein Bett sollte ich frisch beziehen. Das ist mittlerweile wohl zur Virenschleuder mutiert. Vielleicht mach ich das auch heute noch. Aber da ich schon wieder schläfrig bin, tendiere ich zu morgen. Man muss sich ja nicht überanstrengen.