E.

Es war ein schöner Herbstsamstag

Das Wochenende ansich war großartig und abwechslungsreich. Eine Konstante blieb: Fantastisches Herbstwetter.

Und so kam es, dass ich mich am Samstag gemeinsam mit Martin aufmachte, um Karlsruhe fotografisch neu zu erkunden. Ich merkte ziemlich schnell, dass ich Dinge nicht mehr so gut sehe, wie es schon einmal der Fall war. Der Griff zur Kamera verlief anfänglich eher zögerlich, anstatt sicher und entschlossen. Nachdem Martin gefühlt bereits 20 Fotos hatte, zog ich meine Kamera dann auch mal aus der Tasche. Denn genau das war der Fehler. Ich kann doch nicht fotografieren gehen und die Kamera nicht in der Hand halten.

Wir liefen durch den Botanischen Garten am Bundesverfassungsgericht vorbei zum Schloss. Sahen die alte Schlossparkbahn, Menschen, Pflanzen und dann auch den neuen Schlossvorplatz (der mir sehr gut gefällt und das Schloss endlich wertiger erscheinen lässt, als die Anlage davor). Sehr hübsch. Weiterlesen

S.

Streetphotography par excellence

Mittlerweile hat Streetfotografie wohl keinen allzu guten Ruf mehr. Und sie wird auch immer mehr in den Dreck gezogen. Ich find’s traurig, ist sie doch weiterhin meine Lieblingsdisziplin…
Aber wen interessiert denn das sinnfreie Geplappere von anderen? Eben. Vor allem beim Anblick von 101 Awe-Inspiring Examples Of Street Photography

The End of the Journey by Vedran Mandic
Reversal by Laurence Garcon
Leave it all behind by Rahmat mulyono
S.

Street und Recht und Mimimi

Ich mische mich mal hier ein. Die Kommentare waren ein Auslöser.

Eine Story in mehreren Akten.

1. Akt: Der Anfang

Ich habe das Fotografieren auf der Straße gelernt. Klingt blöd. Ist aber so.
Warum lernte ich das dort? Nunja. Meine „Models“ liefen da so herum. Ich musste keine Termine ausmachen, keine Models aussuchen, mich um keine Location kümmern, mir keine Gedanken um Geld machen. Wenn ich Lust hatte, fotografieren zu gehen, packte ich meine Kamera und ging ‚raus. Auf die Straße. Straßenfotografie. Oder, weil es auf deutsch so doof klingt: Streetfotografie.

2. Akt: Die Faszination

Was fasziniert mich an der Fotografie? Warum fotografiere ich?

„Mit einem Klick, einer einzigen Auslösung einen Moment für die Ewigkeit festhalten. Darum geht es mir.“

Ich kann durch Fotografie die Vergangenheit weniger vergänglich machen. Fotografie entschleunigt. Standbild.
Hinzukommt, dass ich Menschen gerne beobachte. Alle ihre Verhaltensweisen, Eigenarten. Ich finde es spannend. Und das dokumentiere ich für mich gerne.

3. Akt: Komm endlich mal auf den Punkt

Früher fotografierte ich mehr Menschen auf der offenen Straße. Ich fragte nie. Weder vorher, noch nachher. Ja, ich hatte immer ein wenig „Angst“ dabei.
Aber:

a) Vorher fragen: Doof. Weil ein Street-Bild für mich durch den Moment lebt, nicht inszeniert ist, einfach passiert und etwas festhält. Wenn ich vorher frage ist der komplette Moment hinüber.

b) Nachher fragen: Ich weiß oft nicht einmal, ob ich das Bild wirklich brauchbar finde, oder es später eh löschen werde. Aber mein größeres Problem war eher: Was denn sagen? Ich habe eine große Klappe. Aber da ist die Angst und die Schüchternheit größer. Und nein, ich weiß nicht, vor was. Und es ist mir auch egal.

Ich weiß, dass das laut deutschem Recht nicht in Ordnung ist. Wenn jemand mitbekommt, mich anspricht, sein Foto gelöscht haben möchte, mache ich das. Ist bisher nie passiert.

Wenn jemand ein Bild von sich auf meiner Webseite sieht und es gelöscht haben möchte, mache ich das. Ist bisher nie passiert.

4. Akt: Perspektivenwechsel

Ich denke darüber nach, wie es ist, wenn ich auf der Straße fotografiert werden würde, ohne mein Wissen. Und sofern es mich nicht komplett entstellt darstellt, ist es für mich ok. Genau diese Bilder veröffentliche ich persönlich nämlich auch nicht. Ich möchte niemanden diskreditieren oder schlecht aussehen lassen.
Egal, in welchem Kontext.

Auch bei Partyfotos sortiere ich diejenigen aus, die unvorteilhaft für die darauf abgebildeten Personen sind. Das machen die Menschen, die nur auf Partys und keinen weiteren Anspruch an sich haben nämlich nicht. Ich sah da schon die übelsten Bilder von mir die einfach mal durch den kompletten Freundeskreis gingen. DAS finde ich ärgerlich. DAS regt mich auf.

5. Akt: Trolololol

Jetzt zu euch Kommentierenden: Wieso klatscht ihr nun unter jeden Beitrag, dass man das nicht darf? Gefallen euch die Fotos nicht? Habt ihr euch der Moralistenlobby in all euren Lebensbereichen verschrieben?

Nur zu eurer Kenntnisnahme: Wir fotografieren doch. Wir wissen das. Jeder Fotograf in meinem Umfeld ist sich dessen bewusst, dass das Thema Streetfotografie ohne vorherige Einwilligung der fotografiert werden sollenden Person rechtlich nicht einwandfrei ist. Wir tun das in vollstem Bewusstsein.
Und wer seid ihr, dass ihr euch anmaßt, uns belehren zu müssen? Seid ihr auf den Bildern? Seid ihr die Rächer der unwissend fotografiert Wordenen?

6. Akt: Ende

Ernsthaft. Alles, was wir wollen, ist, geile Bilder zu machen. Und wenn jemand damit zu Recht nicht einverstanden ist, also Gründe hat wie z.B. auf dem Bild abgebildet zu sein, dann wird das nach entsprechender Aufforderung sofort gelöscht. Ohne weitere Diskussion.

Abschließend sage ich dazu: Ich betreibe Streetfotografie, wie sie mir passt, weiter, so lange es mir Spaß macht. Martin wird es hoffentlich weiter tun, so lange er Spaß daran hat.
Ihr müsst es nicht tun, wenn ihr es moralisch bedenklich, verwerflich oder sonstwas findet.
Get over it.