Geschlechtsstereotypen

Ich beschäftige mich gerade mit dem Thema Gründung.
Und dabei gehöre ich zu zwei Randgruppen: Arbeitslos. Frau.

Es gibt Ratgeber speziell für Arbeitslose. Und es gibt Ratgeber, die sich speziell an Frauen wenden. Und glaubt mir: Ich bin lieber arbeitslos als eine Frau.

Gründen für Frauen. Das ist zu beachten: Sie benötigen zwingend Berufserfahrung. Ohne diese hat ihr Vorhaben keinerlei Aussicht auf Erfolg.
Einschüchterung. Sicherheitsbedürfnisse werden gestärkt. Mut geschwächt.

BMWi. GründerZeiten Spezial für Frauen. Riesigfette Tabelle. Haushalt und Selbstständigkeit. Wieso findet man das in einem „normalen“ Ratgeber für Männlein und Weiblein gleichermaßen nicht?
Vielen Dank für das Bestätigen und Verstärken der Geschlechterstereotypen.

Richtet sich Gründen also an Männer, bzw. alle, dann wird man ermutigt, Sachen durchzuzuziehen. Auszuprobieren. Und wenn’s nicht klappt, so what?
Ist man eine Frau und wendet sich der speziellen Literatur zu, sollte man sich das lieber 5fach überlegen, und auch nochmal alles durchdenken, ob es auch wirklich sicher ist, und man nicht vielleicht irgendwas vergessen hat, oder eh zu unerfahren ist. Wundert man sich da noch, dass Frauen tendenziell weniger gründen als Männer? Dass Frauen tendenziell früher aufgeben, als Männer?

Schade Deutschland. Schade Gesellschaft.
Und ich, ich bin jetzt gerade mal kurz desillusioniert. Und unheimlich froh, dass ich so ein extremer Trotzkopf bin. Denn jetzt erst recht!

5 Kommentare

  1. Johannes 22. Juli 2010 um 23:01

    Richtig so!

    Diese sogenannten „Infobroschüren“ sind doch sowieso völlig pauschal und nutzlos.
    Besser ist: mit jemandem reden, der das ganze Prozedere schon hinter sich hat. Das hat mir am meisten geholfen.

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  2. zimtsternin 22. Juli 2010 um 23:23

    @Johannes: Da hast du wahrscheinlich recht. Aber ein wenig Grundlagenforschung betreiben ist nie verkehrt. Alles weitere folgt.

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  3. Tilla Pe 23. Juli 2010 um 09:33

    Ich denke, es kommt auch ganz darauf an, was man denn gründen will… unerlässlich für alle Bereiche: Buchhaltung. Widerlich.

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  4. Marc Wiegelmann 23. Juli 2010 um 19:15

    Jup ich stimme den Vor“schreibern“ absolut zu – nivht entmutigen lassen! Für mich ist das kein Thema des Geschlechts – eher eine Frage der Einstellung…und ohne Dich zu kennen würde ich behaupten du hast da die Richtige! :)

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  5. anne 23. Juli 2010 um 21:54

    Wer hat denn diese Bücher geschrieben? Männer? :P ;)
    Würde mich davon auch nicht entmutigen lassen – richtige Einstellung. Halte davon ja generell nicht sooo viel.

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