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Bestsellerlisten schaukeln sich doch auch nur hoch. Da kaufen ein paar Leute ein Buch und schwupps, steht das Buch auf eine Liste. Andere Leute orientieren sich daran, denken, das Buch sei gut, sonst stünde es nicht auf der Liste und schwupps, ein paar Leute mehr kaufen ein Buch. Und so weiter.
Das sagt doch rein gar nichts über die Qualität eines Buches aus. Oder übersehe ich da etwas?
Tags: I was just thinking
21. Aug 2010
Jedes Mal, wenn ich dort war, frage ich mich danach: Was fasziniert mich an dieser Stadt so? Wieso fühle ich mich dort so wohl? Was gefällt mir so wahnsinnig?
Bisher konnte ich das nie in Wort fassen. Ich wusste nicht, woran es liegt. Ich hatte keine Antwort auf diese Fragen.
Dieses Mal ist es anders. Ich glaube, diesmal habe ich eine Antwort gefunden. Es ist die Kultur. Und es ist die Kreativität dieser Stadt. Ich spüre sie in jeder kleinen Ecke. Es gibt zig Galerien. Viele Ecken für Künstler und solche, die es werden wollen. Hier wird experimentiert. Und jeder kann leben, wie er es gerne möchte.
Hier zählt nicht der perfekte Lebenslauf. Hier geht es um das Individuum. Jeder ist individuell und hat seinen eigenen Lebensstil. Nicht jeder sieht aus, wie frisch von H&M eingekleidet, sondern es wird bunt gemixt und jeder ist einzigartig. In seinem Lebenslauf. Seiner Tätigkeit. Seiner Kleidung. Und seiner Art und Weise. Und keinen stört’s. Vielleicht, weil es niemanden interessiert. Aber das ist toll. Das mag ich.
Ich liebe den Berliner Charme. Ich liebe es, wenn man von Punks auf der Straße angesprochen wird, weil sie den Schal so toll finden, und den haben wollen. Punks die lachen, wenn man verneint, weil man den Schal selbst bräuchte.
Es sind Menschen, die man nach der richtigen Haltestelle fragt, weil man mit zwei Kindern und einem Monsterbuggy unterwegs ist und keine Lust hat, erst einmal falsch zu laufen. Diese Menschen geben einem freundlich die richtige Antwort und weisen noch einmal konkret auf die Richtung hin.
Ja, in Berlin ist das Leben anonym. Es gibt dort verdammt viele Menschen. Möchte ich jedoch Kontakt, geht das einfach. Ohne große Probleme. Ich muss nicht anonym sein.
Nichts muss, alles kann.
Berlin steht zu seiner Abgefucktheit. Und ist stolz darauf. Verspricht nichts, was es nicht halten kann.
Ich kann hier einfach kreativ sein. Berlin inspiriert mich.
Du bist nach wie vor die Stadt, in der ich leben will. Und irgendwann wird das auch so sein. Da glaube ich fest dran.
Tags: Berlin, I was just thinking, Weltenbummer
19. Aug 2010
Die letzten Woche vor den Sommerferien waren immer nervenzehrend. Die letzten Klausuren. Die letzte Chance, dieses Schuljahr noch gut ausklingen zu lassen.
Projekttage. Sommer. Sonne. Schwimmbad. Wärme. Gute Laune.
Die Klasse hielt wieder ordentlich zusammen, Cliquen unternahmen nach der Schule noch etwas gemeinsam und alles war ein bisschen eine Party.
Dann kam der letzte Tag vor den Ferien. Der Geruch von 6 Wochen Freiheit. Ich rieche ihn immer noch. Und punktgenau mit dem ersten Ferientag wurde das Wetter wieder schlecht. War fast immer so. Danke, Baden-Württemberg.
Während meiner Schulzeit wurde mir so oft gesagt, dass ich mich irgendwann zurücksehnen würde. Lange war es nicht so. Ich fand studieren viel kuhler.
Aber diese Unbeschwertheit war schön. Es ging immer irgendwie weiter, immer im selben Trott.
Dieses Zusammensein mit Leuten, die das gleiche studieren, oder an der gleichen Schule unterwegs sind, mit ähnlichem Zeitplan.
Das gemeinsame Sitzen und Chillen auf dem Schulhof oder Campus und die gemeinsame Freude auf die Sommer- oder Semesterferien, das fehlt mir. An das erinnere ich mich mit Sehnsucht.
Denn es macht mir bewusst, dass ein Teil meines Lebens unwiederbringlich vorbei ist.
Ich vermisse meine chaotische Uni. Denn sie hat mich so viel weiter gebracht. Persönlich. Entwicklungstechnisch.
Ich vermisse die dazugehörigen Leute, die spontan waren, Zeit hatten, ein Stück weit ungebunden waren.
Und an das alles erinnere ich mich, wenn es draußen nach Sommerferien riecht. So, wie jetzt.
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06. Aug 2010
Ich beschäftige mich gerade mit dem Thema Gründung.
Und dabei gehöre ich zu zwei Randgruppen: Arbeitslos. Frau.
Es gibt Ratgeber speziell für Arbeitslose. Und es gibt Ratgeber, die sich speziell an Frauen wenden. Und glaubt mir: Ich bin lieber arbeitslos als eine Frau.
Gründen für Frauen. Das ist zu beachten: Sie benötigen zwingend Berufserfahrung. Ohne diese hat ihr Vorhaben keinerlei Aussicht auf Erfolg.
Einschüchterung. Sicherheitsbedürfnisse werden gestärkt. Mut geschwächt.
BMWi. GründerZeiten Spezial für Frauen. Riesigfette Tabelle. Haushalt und Selbstständigkeit. Wieso findet man das in einem “normalen” Ratgeber für Männlein und Weiblein gleichermaßen nicht?
Vielen Dank für das Bestätigen und Verstärken der Geschlechterstereotypen.
Richtet sich Gründen also an Männer, bzw. alle, dann wird man ermutigt, Sachen durchzuzuziehen. Auszuprobieren. Und wenn’s nicht klappt, so what?
Ist man eine Frau und wendet sich der speziellen Literatur zu, sollte man sich das lieber 5fach überlegen, und auch nochmal alles durchdenken, ob es auch wirklich sicher ist, und man nicht vielleicht irgendwas vergessen hat, oder eh zu unerfahren ist. Wundert man sich da noch, dass Frauen tendenziell weniger gründen als Männer? Dass Frauen tendenziell früher aufgeben, als Männer?
Schade Deutschland. Schade Gesellschaft.
Und ich, ich bin jetzt gerade mal kurz desillusioniert. Und unheimlich froh, dass ich so ein extremer Trotzkopf bin. Denn jetzt erst recht!
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22. Jul 2010
Aktuell leide ich an einem Overkill in jeglicher Hinsicht.
Anfänglich litt ich wirklich sehr stark unter dieser Arbeitslosigkeitssache und Perspektivenlosigkeit. Ich war frustriert. Deprimiert. Fühlte mich benachteiligt. Minderbemittelt. Ich zweifelte wieder so stark an mir selbst, wie zu meinen besten Selbstzweifelzeiten. Und nicht zuletzt habe ich mich dafür geschämt. Es war mir unangenehm. Ich wollte mich verkriechen. Und habe alle anderen dafür gehasst, dass sie das hinbekommen. Nur ich nicht. Bei mir ging alles schief.
Aber ich habe schon immer an Schicksal geglaubt. Nicht in dem Sinne, dass ich einfach nur zusehen muss und die Dinge gehen ihren Weg. Eher im Sinne von: Alles hat einen Grund und Sinn. Und einzig der Gedanke, dass dieser ganze Dreck für irgendetwas gut sein wird, ließ mich durchhalten.
Bei mir lief rückblickend nie auch nur irgendetwas so, wie es eigentlich geplant war. Mein Lebensmotto könnte Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt sein. Es ist mir auf den Leib geschrieben. Aber dennoch ging es immer irgendwie weiter. Und ich habe aus jeder Niederlage, aus jedem Rückschlag etwas Gutes ziehen können. Es hat sich irgendwann immer zu einem Gesamtbild zusammengefügt.
Mittlerweile habe ich mich gut an die Situation gewöhnt. Um besser zu sagen: Ich habe mich damit arrangiert. Und ich komme klar. Da ist die Weiterbildung. Da sind gelegentliche Aufträge. Da gibt es Leute in Blogs und bei twitter. Und ja, ich habe sicherlich einen Teil meines Lebens dieser Sache verschrieben.
Für manche klingt das sicherlich krank. Andere werden es nicht verstehen können. Aber ich glaube, ich war noch nie so stabil, wie in den letzten Monaten. Es tut mir wirklich gut. Und ja, ich weiß, dass das alles nur oberflächlich ist. Und wahrscheinlich ist das genau der Grund, warum das so gut tut. Ich nehme es nicht so ernst. Ich nehme mich selbst nicht mehr so ernst.
Denn in meinem Leben gibt es nur wenige Konstanten. Wenige Menschen, auf die ich mich immer verlassen konnte. Wenige Menschen, die immer gehalten haben, was sie gesagt haben. Und diese Menschen sind auch jetzt noch da. Mehr brauche ich nicht. Nicht mehr.
Jedenfalls genieße ich das alles derzeit.
Ich kann mir keinen 8-Stunden-Büro-Tag mehr vorstellen. Ich will etwas tun. Und ich werde auch etwas tun. Nur denke ich, es wird nicht das werden, auf was ich mich drei Jahre lang vorbereitet habe. Nicht so, wie geplant. Denn die letzten Monate und Rückschläge habe mich zum Nachdenken gebracht. Zum Umdenken. Ich denke über Alternativen nach. Und dann kommt der Overkill.
So viele Dinge, über die ich schreiben möchte. So viele Ideen, die ich fotografieren möchte. So viele Gedanken, die ich umsetzen möchte. So viele Projekte, die ich angehen möchte. So viele Punkte, die zu erledigen sind.
Und daraus ergeben sich Nächte, wie diese. In denen um vier Uhr nachts Blogposts wie dieser hier entstehen. Von denen ich einen nach dem anderen tippe. Weil es sprudelt. Und ich liebe es, dass ich diese Nächte investieren kann. Dass mich kein ankernzeitengebundener Job davon abhält.
Ich bin ein freiheitsliebender Mensch. Und aktuell habe ich wirklich keine Ahnung, wie ich in der derzeitigen Bürojobgesellschaft klarkommen soll. Ich werde es sicher können. Eine Weile lang. Aber was kommt danach?
Daher suche ich nach Alternativen. Und einige sind in meinem Kopf. Und auf Papier. Damit mein Kopf wieder klarer wird.
Ich brauche Freiheit. Und ich brauche Unterstützung. Und vor allem brauche ich ein individuelles Lebenskonzept. Denn mit der Norm komme ich persönlich wohl eher nicht so gut klar.
Es ist jetzt 4.15 Uhr. Und ich sage gute Nacht. Und vielleicht werde ich diese Gedanken im Laufe des Tages veröffentlichen. Oder auch nie.
Tags: I was just thinking, it's personal again, Zukunft
16. Jul 2010
Sich ins Auto setzen und losfahren. Ohne Ziel. Ohne Plan. Alles hinter sich lassend. Den Gedanken freien Lauf lassend und nur nach vorne blickend. Nie mehr zurück. Frei.
Neue Menschen kennenlernen. Gemeinsam Spaß haben. Sich freuen, weinen vor Lachen. Reiseroutenabschnittsgefährten.
Wieder sich selbst sein, ohne sich verstellen zu müssen. Einfach nur du selbst. Einfach nur ich. Einfach wieder leben.
Weg. Neue Aufgaben. Neue Eindrücke. Neue Erfahrungen.
Unterwegs sein. Roadtrip.
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14. Jun 2010
Vor einiger Zeit war ich schonmal in der Modelkartei angemeldet. Es hat mich jedoch ziemlich schnell genervt, außerdem ist die Seite absolut überladen und hat von Usability wohl noch nie im Leben etwas gehört.
Fotografisch war mir dann aber wieder etwas langweilig, also ein neuer Versuch. Der währt nun schon etwas länger, aber ist nicht weniger frustrierend. Man hat Ideen im Kopf, das passende Model meldet sich, man macht einen Termin aus. So weit, so gut.
Ich bekam dann in der Nacht um halb 2 eine Nachricht. Ob wir das um eine Stunde verschieben könnten. Ich schlief da schon. Bekam es aber noch mit. Also antwortete ich ihr, dass das ok sei. Und dass ich mit dem Treffpunkt, den sie mir vorschlug, einverstanden war.
Ich war am Treffpunkt. Eine Stunde später. Von dem Model keine Spur.
Eine halbe Stunde später eine Nachricht. Sie habe sich denken können, dass sie verschlafe, und so sei es nun auch gewesen, es täte ihr leid, aber wenn sie jetzt losgehe, wäre ich nicht mehr da.
Wir hatten zu diesem Zeitpunkt keine Handynummer getauscht. Aber dank smarten Phone konnte ich die Nachricht lesen. Und war leicht säuerlich.
Einen Tag später schrieb ich ihr via MK eine Nachricht, auf die sie bis heute nicht antwortete. Das ist nun auch schon ein paar Wochen her.
Heute bin ich mit einem Fotografen verabredet, der mich ins Boot holen will als Foto-Assi und für gemeinsame Projekte. Heutiges Model: Eins aus der MK.
Gestern Mittag schrieb er mir, dass sie ihm eine SMS geschrieben hätte, dass sie noch nicht weiß, wie es ihr heute gehe und sie da nochmal Bescheid geben werde.
Das hat sie dann heute morgen gegen halb zehn getan. Ich ging schon fest davon aus, dass das wieder nicht klappen wird, aber nun gut. Musste ich mich halt beeilen.
Also schnell zu mir gefahren, Sachen gepackt, Geld geholt und schon fast auf dem Sprung gewesen: SMS. Sie käme erst eine Stunde später.
Wie gut, dass ich noch nicht wirklich im Zug saß. Dennoch hätte es mir gut getan, diese eine Stunde länger zu schlafen.
Kein professionelles Model (selbst Profis sollten sich sowas nicht leisten). Und schon vorm Shoot soviel hin und her. Das kann ich persönlich nicht leiden. Es ist nicht so, dass man nichts anderes zu tun hätte, als sich den Wecker zu stellen und darauf zu warten, ob Madame in Laune ist, oder eben nicht. Da hab ich es wirklich fast lieber, man sagt gleich ganz ab und verschiebt es auf einen neuen Termin, als dass ich auf heißen Kohlen sitzen und abwarten muss, ob es klappt oder nicht.
Naja. Ich bin jetzt gespannt. In ca. einer Stunde fährt meine Bahn zum Treffpunkt.
Und allen angehenden Models, Visas und den ein oder anderen Fotografen lege ich das hier ans Herz.
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03. Jun 2010
Ich kann es aus vielerlei Gründen nicht leiden, wenn man jemand anderem eigene Sichtweisen aufdrücken will in Form von gut gemeinten Ratschlägen. Gegen Tipps habe ich nichts einzuwenden, aber manche Menschen klammern sich so sehr an Regeln, dass es weh tut.
Da ist also jemand, der wagt seine ersten Schritte in die Streetfotografie. Nun herrschen dabei gewisse Berührungsängste und man macht das anfänglich lieber aus der Ferne. Respekt, dass der Fotograf die abgebildeten Personen anspricht und sie um ihr nachträgliches Einverständnis bittet. Das finde ich groß.
Dann den Tipp zu bekommen, dass man da nicht mit Tele fotografieren sollte, sondern mit Standardbrennweite oder Weitwinkel finde ich großartig. Das macht es doch gleich viel einfacher, die Berühungsängste und die Scheu zu überwinden.
Der nächste glorreiche Tipp: Man sollte niemanden kopieren. Das ist eine Ansicht. Ich persönlich finde sie aber falsch und kann sie nicht vertreten. Vorbilder und Dinge nachahmen sind wichtig, um sich weiterzuentwickeln beziehungsweise erst einmal zu beginnen. Und keiner kann mir sagen, dass er noch nie irgendeinen Bildstil nachgeahmt hat. Und wenn doch, dann lügt er. Unser ganzes Leben, unsere ganze Entwicklung beruht auf Nachahmen, Rollen spielen etc. pp.
Auch beim Nachahmen lernt man die eigenen Stärken und Interessen kennen. Und es macht es so viel einfacher, loszulegen. Das nennt sich nämlich Inspiration.
Ich schau mir gerne Fotos an, ich lasse mich gerne von andere inspirieren und ich stelle gerne nochmal Fotos und Stile nach, die mir gefallen. Meist natürlich nicht eins zu eins, schon alleine durch eine andere Location und/oder ein anderes Model, aber dennoch ahme ich es nach. In gewisser Weise.
Und sofern eine Weiterentwicklung statt findet in Form beispielsweise einer eigenen Interpretation finde ich das nicht verwerflich. Im Gegenteil.
Und Street ist nur schwarzweiß? Come on, doch nicht immer. Und kann doch jeder machen, wie er lustig ist.
Just my 2 cents.
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31. Mai 2010
Einschlafstörungen. Durchschlafstörungen. Vorzeitiges Erwachen.
Lieber gar nicht erst schlafen gehen, bevor man sich stundenlang im Bett umherwälzt und nicht schlafen kann.
Zu viele Gedanken spuken in meinem Kopf herum.
Unklarheiten.
Ängste.
Zweifel.
Schiere Panik.
Es ist einfach zu viel. Erinnere mich an eigentlich längst vergessene Zeiten.
Noch immer nicht alles verarbeitet. Noch immer nicht alles bewältigt. Und tagtäglich kommt mehr dazu, wird der Haufen größer.
Vorwürfe von allen Seiten. Nicht zuletzt von mir selbst.
Und schlussendlich bleibt nur das Gefühl, wieder alleine zu sein.
Doch auch auf diese Nacht folgt ein neuer Tag.
Ein Tag voller Oberflächlichkeiten. Rollen. Schauspiel.
Aber mit einem Lächeln im Gesicht lässt sich das alles einfach viel besser ertragen.
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07. Mai 2010
In unterschiedlichen Kontexten fragte ich mich, was für ein Blog das hier eigentlich darstellt? Um was geht es? Was ist mein Anliegen? Was ist hier zu finden?
Diese Frage zu beantworten fällt mir ein ums andere Mal wirklich schwer.
Angefangen hat meine Ins-Internet-Schreiberei, wie an anderer Stelle schon erwähnt, im Livejournal. Da war das Ganze sehr persönlich und eher mit einem Tagebuch vergleichbar. Man schrieb Erlebnisse auf. Mal mehr, mal weniger oberflächlich.
Davon habe ich mich mehr und mehr distanziert. Und mir hat das gut getan. Auch hier gibt es noch viel Privates zu lesen, aber bei Weitem nicht mehr so exzessiv.
Kurzum würde ich mittlerweile sagen, dieses Blog dreht sich um alles, was irgendwie relevant in meinem Leben und für mich ist.
Es ist fotografielastig. Aber es ist kein Fotografieblog und soll es bis auf Weiteres auch nicht werden. Da würde mir zu sehr die persönliche Komponente verloren gehen (auch wenn diese nicht mehr so stark ausgeprägt ist).
Es ist ein Was-erlebe-ich-in-meinem-Alltag-Blog. Aber irgendwie dreht sich dann doch nicht alles um den Alltag.
Es kommen politische Facetten zum Vorschein, wenn mir danach ist. Aber es ist kein Politik-Blog.
Gender-Themen finde ich interessant. Aber es ist kein Gender- oder feministisches Blog.
Ich kann auch über technische Dinge und Gadgets schreiben. Aber es ist kein Technik- oder Gadgetblog.
Es gibt Content über Filme. Aber es ist kein Filmblog.
Es gibt Reviews über Magazine und Produkte. Aber es ist kein Testblog.
Nähcontent gab’s auch schon. Tiercontent. Sogar Katzen waren darunter.
Und so könnte ich ewig weiter aufzählen, was es hier alles zu finden gibt. Und doch würde es letzten Endes in keine Schublade passen. Zumindest für mich nicht. Für den ein oder anderen vielleicht schon.
Ich persönlich fand es eine Zeit lang anstrengend, nicht wirklich in eine Nische zu passen. Mittlerweile bin ich damit aber ganz zufrieden. Ich mache das, was ich will. Nicht, um jemand anderen glücklich zu machen oder besser anzukommen. Sondern ich mach es so, wie es mir gerade in den Kram passt. Fertig.Schluss.Aus. (Über höhere Zugriffszahlen, niedrige Absprungsraten und mehr Feedleser freue ich mich natürlich dennoch!)
Beschwerden gab es noch keine. Dafür ist mein Streukreis wahrscheinlich (noch) zu gering. Aber das ist auch gut so. Mit der Leseranzahl steigen die Erwartungen. Die Seitenzugriffe sind konstant und tendenziell steigend. Ich habe meine Stammleser und über jeden einzelnen Kommentar von ihnen freue ich mich. Ich weiß bis zu einem gewissen Grad, welche Person sich dahinter verbirgt.
Allerdings weiß ich auch, dass noch viele mehr hier täglich zugange sind und viele davon haben sich noch nie zu Wort gemeldet. Das ist ok. Wenn auch teilweise ein wenig unheimlich. Denn erst dann merke ich, dass ich eigentlich keine Ahnung habe, wer hier so täglich vorbei schneit. Und wer eigentlich was über mich weiß.
Schlussendlich ist das hier aber auch nur eine Rolle. Was wirklich hinter der Fassade vor sich geht, weiß mein engster Bekanntenkreis. Die Leute, mit denen ich telefoniere. Die Leute, die mir Mails schreiben. Und der Rest bleibt draußen. So einfach ist das.
Ich bin mir bewusst, dass man viele Daten über mich sammeln kann, wenn man nur will. Ich liege den SocialNetworks quasi zu Füßen. Bisher habe ich damit -bis auf vereinzelte Trolle- aber keine negativen Erfahrungen gemacht. Im Gegenteil. Ich habe Kontakt zu Leuten, die hätte ich sonst niemals kennengelernt. Der Kontakt mag nicht intensiv sein. Aber wenn ich nach Berlin gehe, gibt es Leute, die kann ich mal anschreiben. Bin ich in Hamburg, kann ich da mal anfragen. Und ich hoffe, das bleibt so.
Was für ein Blog bin ich und wenn ja, wie viele? Ich finde keine klare Antwort. Das müsst ihr schon selbst tun. Aber ich denke, dass manche Fragen nicht beantwortet werden müssen.
Für mich funktioniert das gut so. Und ich liebe es.
Tags: Blogosphäre, I was just thinking, selbstreferenziell
27. Apr 2010
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