Fräulein zimtsternin
Es ist ein Popkultur-Fotomädchen.

Aus den Augen…

Ziemlich genau 5 Monate ist es her, dass ich Gießen, Freunde, Studentenleben und alles was dazu gehört hinter mir ließ und nach Karlsruhe zog. Zum Abschied sagten viele, sie kämen mich besuchen und man bliebe in Kontakt und und und. Alles, was dazu gehört eben.

Nun bin ich seit 5 Monaten hier. Meine Zwischenmietenaufenthalt in der ersten Wohnung neigt sich dem Ende zu, der nächste Umzug steht an und in dieser Zeit habe ich mich mit zwei Personen von den vielen getroffen. Zwar auch nicht in Karlsruhe, sondern wetterbedingt in Stuttgart. Aber sie hielten Wort.

Eine Person sucht noch nach einem passenden Termin und eine Person, die auf diesen “Ich besuch’ dich ganz sicher”-Zug erst gar nicht aufgesprungen ist, hat einen kurzen Zwischenstopp angekündigt, über und auf den ich mich sehr freue.

Trotz allem eine gute Bilanz und ich freue mich darüber. Auch wenn der/die ein oder andere fehlt. Aber das ist wohl nicht zu vermeiden.


Die Zeiten ändern sich

Als ich damals das erste Mal in Gießen zur Wohnungssuche war, fand ich es furchtbar.
Ich weiß noch, wie ich diesen Abend verzweifelt, alleine und weinend in dem Wohnheimzimmer einer Freundin im Studentendorf saß, und einfach nur wieder nach Hause wollte.

Tags darauf lief ich durch Gießen und dachte mir: Hey, du packst nicht einmal Gießen und wolltest nach Berlin?
Heimweh deluxe. Wie noch nie zuvor dagewesen.

Doch ich ging nach Gießen. Und habe mich gut eingelebt.

Und nun? Die Ära Gießen ist vorbei. Ich bin nicht mehr dort. Und habe irrwitzigerweise Heimweh. Nach genau dort hin.

Aber ich habe gelernt: Auch das geht vorbei. Irgendwie.


Ambivalenz

Gemeinsam ist ein seltsames Wort. Ansich positiv besetzt. Ein gutes Wort.
Allerdings findet man darin die Worte gemein und einsam. Beide negativ. Wieso?


In was für einer Welt…

…lebe ich eigentlich?
Bis gestern hatte ich keine Ahnung, wer oder was Robert Enke ist und was er macht.
Und jetzt zeigt das Erste gerade eine Live-Übertragung der Trauerfeier um Robert Enke?
Ich möchte ja nicht unsensibel erscheinen, aber jeden Tag sterben Leute, die mehr machen und leisten, als “nur” Fußball spielen, und deren Trauerfeier interessiert auch keinen Menschen, außer die Angehörigen und Freunde.
Irgendwo hört’s für mich auf. Sorry.


Selbstreflexion

Grundsätzlich bin ich eine Chaos-Queen. Wo man mich findet, ist das Chaos nicht fern. Das geht innerhalb weniger Minuten (fragen Sie den Mann!).

Aber während meines Studiums habe ich bemerkt, dass sich irgendwo ein nicht unwesentlicher Hang zum Perfektionismus in meinem kleinen Körper und Dasein befindet. Dummerweise zeigte dieser sich immer nur in den unmöglichsten Situationen. Während der Thesis und dem Hausarbeiten schreiben fiel das am Stärksten auf.

Ich kann da nicht einfach darauf losschreiben um nach und nach am Text zu arbeiten. Bevor ich loslegen kann, benötige ich eine nahezu perfekte Grundlage in meinem Kopf.
Das hat mir Schwierigkeiten bereitet und dazu geführt, dass in den letzten Tagen vor der Abgabe der Stress ausgebrochen ist.

Ich mache mir viel zu viele Gedanken anstatt einfach mal loszulegen. Ich muss vorher wissen, wie genau ich 40 Seiten zu füllen pflege anstatt einfach mal mit den ersten 10 zu beginnen.

Im Nachhinein kamen die Seiten gut zusammen. Die Arbeit am Thema hat mir Spaß gemacht, war interessant. Und wie immer sage ich mir: Hättest du mal lieber früher angefangen.

Aber diesmal ist es anders. Zum Ende meines BA-Studiums bin ich um die Erkenntnis reifer, warum ich nicht früher anfange.
Ich gebe zu, drei Jahre sind eine lange Zeit – aber lieber spät, als nie.
Und ein Studium sollte doch auch dafür gut sein, mehr über sich selbst zu erfahren.


Erinnerungen

Es ist spät. Oder früh.
Es ist Sommer.
Mein Schlafzimmerfenster ist weit geöffnet. Die kalte, frische Nachtluft bahnt sich ihren Weg zu mir.
Mein Blick fällt auf den Bilderrahmen auf dem Schreibtisch. Und der Geruch der Sommernacht erinnert mich an längst vergangene Zeiten. Die Erinnerung an Nächte, die vier Jahren zurückliegen, fühlt sich auf einmal so an, als wäre es erst gestern gewesen.
Ich liebe diese Nächte.


Berlin – Eine Liebesgeschichte

Zum ersten Mal erblickte ich Berlin im Jahr 2004. Klassenausflug vom 28. Juni bis zum 03. Juli. Schon damals kam ich verzaubert zurück. Schon damals war ich absolut verliebt in diese Stadt. Schon damals ging es wochenlang nur “Berlin hier, Berlin da”. Und schon verkündete ich laut: “Wenn ich mal groß bin, zieh ich nach Berlin!”

Und auch jetzt, 5 Jahre später, ist der Wunsch danach wieder größer, als je zuvor. Aber nicht ohne das typische auf und ab in einer Liebesgeschichte. In 5 Jahren passiert einiges. So haben wir uns nach einiger Zeit ziemlich voneinander entfernt. Konnte ich mir 2004 und auch 2005 noch sehr gut vorstellen, mein Dasein in Berlin zu fristen, veränderte sich das immer mehr. Großstadt? Ich? Neeee! Lieber was kleineres, dörflicheres, gemütlicheres. Berlin ist doch nichts auf Dauer. Nää!

Dennoch wusste ich, dass es eine tolle Stadt ist. Nur dort leben, das konnte ich mir beim besten Willen nicht mehr vorstellen. Aber da ich Berlin endlich mal wieder sehen wollte, machte ich mich im Mai auf den Weg dorthin. Gesehen habe ich aufgrund einer akuten Augenentzündung leider recht wenig, aber einmal in der Friedrichstraße zum Augenarzt, Bummel über den Hackeschen Markt plus Alexanderplatz plus Rückweg durch Mitte und ein Sonntag im Rudolph-Wilde-Park/Volkspark Schöneberg taten ihr übriges. Abends saß ich im Zug nach Hause und fühlte mich wieder frisch verliebt.

Zum Abschied sagte ich noch, dass ich eigentlich davon ausging, Berlin sei für mich durch und es nun echt fies sei, mir diese schönen Dinge von Neuem zu zeigen. Dadurch bekomme ich doch nur wieder Lust auf mehr. Und ja, schon da machte sich allmählich der Gedanke breit, für ein paar Jahre nun doch nach Berlin zu gehen.
Ich schwelgte voller Herzchen in den Augen von der Stadt. Vom Leben. Von den Leuten. Und plante den nächsten Trip.

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Dieser ist nun auch beendet. Die Zelte (vorerst) abgebrochen. Und ich bin einem Wendepunkt in meinem Leben noch ein Stückchen näher. Der September beendet mein Studium. Die Wohnung in Gießen ist gekündigt. Somit wäre ich “frei”.
Und ja, wenn die Möglichkeit besteht, und da bin ich mir jetzt und heute ganz sicher, sage ich “Ja” zu Berlin. Ich möchte mein Leben mit der Stadt teilen. Jetzt muss sie nur auch noch wollen.

Job. Wohnung.
Bezüglich Wohnung mache ich mir weniger Gedanken. Meine Sorge gilt eher dem Job.
Ich weiß nicht, ob ich den Mut aufbringe, ohne Sicherheiten den Weg zurückzulegen. Und mir an Ort und Stelle etwas für den Übergang zu suchen, falls es mit der Festanstellung im Bereich Personal- und Organisationsentwicklung nicht klappt.

Aber ich bin noch jung. Habe keinerlei Verpflichtungen (außer mir selbst und ab Oktober sämtlichen Versicherungen gegenüber). Und ist es eine große Liebe, ein Lebenstraum, nicht wert, dieses Risiko auf sich zu nehmen?


So geht das nicht.

Liebe Waage, so geht das einfach nicht.
Irgendwann wird der Tag kommen, da wirst auch du ein Einsehen haben.


Warum denn?

Warum heißt dat Dingen eigentlich “DoggyStyle”?
Meine Kaninchen machen das auch so. Aufm Kaninchenboden Küchenboden.
Hiermit starte ich die Initiative: BunnyStyle. Ist viel süßer.
Hm. Vielleicht überdenke ich das nochmal.

Anmerkung: Soviel Kaffee bekommt mir nicht.


Nächtliches Treiben

Ich kann nicht einschlafen. Und bevor ich meine Zeit sinnlos mit irgendwelchen Einschlafhinunherwälzritualen vergeude, habe ich mal flott eine weitere Bewerbung geschrieben.
Auf einmal sprudelten die Sätze aus meinem Hirn und wollten irgendwie festgehalten werden. Also mal los geschrieben (seit Beginn der Thesis habe ich immer einen Stapel Blätter inklusive Stift neben meinem Bett liegen). Nachdem mir nichts weiteres einfiel, holte ich den Laptop ins Bett und sah mir die entsprechende Stellenanzeige nochmal an. Darauf hin folgten noch ein, zwei Sätze.

Doch erst morgen werde ich das Ganze ordentlich zusammenfügen und abschicken.
In der Hoffnung jetzt Schlaf zu finden verbleibe ich mit einem herzallerliebsten: Gute Nacht!




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