Ich habe den Fehler gemacht, mein in Anspruch genommenes BAföG-Geld zu berechnen. Dank ordentlich abgehefteter Bescheide und Unterlagen war dies problemlos möglich. Jetzt bin ich richtig wach.
In den drei Jahren kam ein ordentliches Sümmchen zustande. Ich frage mich nur: Wohin ist das ganze Geld?
Wenn ich dem Betrag von fast 15.000 Euro aber den Betrag der Miete gegenüberstelle, habe ich eine leise Ahnung davon, was wohl passiert sein könnte. Irgendwie abartig. So viel Geld für nichts und wieder nichts. Gut. Ein Dach über dem Kopf. Warmes Wasser. Strom.
Jedenfalls berechnete ich mit dem StudisOnline Rückzahlungsrechner den Betrag, den ich wieder zurückzahlen muss.
Und siehe da: Dadurch, dass ich in der Regelstudienzeit fertig werde, bekomme ich knapp 1.000 Euro erlassen. Wenn das mal nichts ist. Und dadurch, dass ich schon einen großen Anteil bezahlt habe, verringert sich das Ganze nochmal ein wenig. Summasummarum bin ich mit dem Mindestanteil den man bezahlen muss bin ich spätestens zwei Jahre nach Rückzahlungsbeginn schuldenfrei.
Praxisgebühren:
Hausarzt: 10 Euro
Augenklnik Karlsruhe: 10 Euro
Augenarzt Berlin: 10 Euro
Medikamente:
Ibuprofen akut: ca. 3 Euro
Lopedium akut: ca. 3 Euro
Rezeptgebühren:
Inflanefran + BoroScopol: 10 Euro
Inflanefran + Dexagel: 10 Euro
Inflanefran: 5 Euro
Orthopädisches Zeugs:
Physiotherapieanteil: 18 Euro
Fersenkissen für den Übergang: 5-10 Euro (Rechnung folgt)
Einlagen: 10-17 Euro (Rechnung folgt bei Lieferung)
Macht summasummarum einen Betrag zwischen 94 bis 106 Euro.
Plus das, was ich meine Krankenkasse gekostet habe. Ich würde sagen, da hab ich mal richtig reingehauen.
Yeah, I’d like to. Mich muss man da nicht zweimal fragen. Aber woher nehmen?
Aber der Wechselkurs, der Wechselkurs, der ist doch so toll.
Dennoch muss man mich nicht mit dieser riesigen Frage erschrecken, wenn ich mich einlogge.
Ich bin ein kleiner Workaholic. Hab ich so manchmal das Gefühl.
Im Sommer bei meinem letzten Praktikum konnte ich schon Stunden im Büro verbringen und hatte Spaß dabei. Heute ebenso.
Ich kam ein wenig später und bin auch verhältnismäßig lange geblieben. Und ich wäre noch länger geblieben, hätte ich nicht noch wohin gemusst.
Wieso kann ich sowas nicht als Nebenjob neben dem Studium haben? Gut bezahlt vielleicht auch noch? Dann wäre alles einfacher.
Der nächste Plan ist also, einen neuen Nebenjob/Aushilfsjob in Gießen und Umgebung zu finden. Am besten im Bereich Personal, PE, Sachbearbeitung. Das macht mir Spaß und bringt mich weiter. Gibt’s sowas? Sucht jemand nach mir? Bitte melden!
Und *schwupps* ist man wieder um 220 Euro ärmer.
Aber hauptsache man ist zurückgemeldet und kann weiter studieren… Und voraussichtlich hat die Justus-Liebig-Universität heute das letzte Mal Geld von mir erhalten. Das wäre doch mal etwas.
Dennoch hat mich diese Studium eine ganze Stange Geld gekostet. Eigentlich beängstigend.
Rechnen wir mal hoch:
6 Semester Studium. Davon zwei mit Studiengebühren.
Das macht dann 2320 Euro alleine dafür, dass ich in die Uni und Leistungsnachweise erbringen darf.
Kommt noch hinzu Miete, Essen, Fahrten nach Hause, Bücher, Schreibmaterial. Nein, ich sollte nicht weiter darüber nachdenken.
Am schlimmsten finde ich eh die verlorenen 1000 Euro. Aber auch, dass der Rückmeldebeitrag in Hessen so wahnsinnig hoch ist im Vergleich zu Baden Württemberg beispielsweise. Rund 9 Euro davon gehen an den AStA, etwas geht noch drauf für das Semesterticket, aber wohin kommen denn diese so genannten Verwaltungskosten?
Aber wie gesagt: Nicht weiter darüber nachdenken und hoffen, dass sich das irgendwann auszahlt.
Yess. Ein wenig das Taschengeld aufgebessert.
Wahlhelfer hat geklappt. Ich bin eingeteilt. Donnerstag und Freitag jeweils von 9-16 Uhr im Hauptgebäude der JLU. Wer da also von euch Studenten wählen geht: You will see me!
Der erste Uni-Tag im neuen Jahr gilt als überstanden. War auch nur eine Vorlesung. Die aber endlos lange schien.
Auf der Couch nun fast eingeschlafen und allgemein fallen mir fast die Augen zu. Die letzte Nacht hat es ewig gedauert, bis ich schlafen konnte. Ich habe so wahnsinnig gefroren, das war nicht mehr nett.
Heute wird das hoffentlich besser.
Dummerweise ist mir heute dann auch bewusst gemacht worden, dass wir uns wieder zurückmelden müssen an der Uni. Bedeutet 220 Euro Rückmeldegebühren werden fällig. Ich meine, ich bin froh, dass da nicht noch die 500 Euro darauf kommen. Aber die 220 Euro hatte ich einfach schlichtweg in meiner Budgetplanung und -berechnung vergessen.
Das wirft mir also wieder alles über den Haufen. Nicht so lustig.
Yeah, mein Obi-Aushilfsgehalt von November befindet sich seit heute auf meinem Konto. Wie schön es ist, wieder Geld zu haben.
Allerdings verliere ich immer den Überblick über meine Finanzen. Daher habe ich mir eben eine schöne Excel-Datei zur besseren Übersicht angelegt. Und siehe da: Ich habe für Januar tatsächlich Geld.
Ein schönes Gefühl.
In den unionsregierten Ländern werden die Gebührenpläne konkreter. Baden-Württemberg legte einen Gesetzesentwurf vor, Nordrhein-Westfalen Eckpunkte. Ausnahmen für Bafög-Empfänger gibt es nicht – im Wahlkampf klang das noch anders. Die Gebührengegner formieren sich neu.
Das ist jetzt nicht deren Ernst, oder?
Bis zu 500 Euro Studiengebühren für Erstsemester ab Wintersemester 06/07.
Ich glaub ich kotze.
Ok, alles erst nach dem Studium zahlen und auch erst, wenn man einen entsprechenden Satz verdient, aber das ist natürlich auch eine tolle Zukunft. Erstmal einen Arsch voll Schulden haben, wenn man ins Berufsleben eintritt. Was soll das denn?
Wie weit denken die Leute denn bitte?
Wenn ich Schulden habe, gründe ich doch erstmal keine Familie (die Vernünftigen unter uns halt), und wenn kein Nachwuchs da ist, sieht es in den Rentenkassen wieder mies aus.
Ok, vielleicht werden dann bestimmte Hochschulen mal renoviert und es gibt von begehrten Büchern in der Bibliothek mehr als nur ein Exemplar, aber das ist ja nicht garantiert.