Posts with the tag 'Berlin'

Ein bisschen Kultur

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Gestern war auch in Berlin das Wetter endlich mal wieder besser und halbwegs konstant.
Demnach machten wir uns gegen Nachmittag auf, um ein kleines Stückchen Berliner Mauerweg zu erkundigen. Das erste Teilstück entlang der Spree hinter dem Hauptbahnhof mit Blick auf Bundeskanzleramt und Reichstag. Entlang am Humboldthafen Richtung Kapelle-Hafen bis zur Adele-Schreiber-Krieger-Straße. Und anschließend die Luisenstraße wieder bis zu Invalidenstraße zurück.

Berliner Mauerweg

Laut GoogleMaps-Tool waren das knapp 3km. Für den ersten Ausflug also nicht so übel.
Auf dass weitere folgen werden. Der Liebste ist damit beauftragt, unsere Sightseeingtour zu planen. Ich bin voller Vorfreude und Spannung.

Add comment 27. Jul 2009

Sommer, Herbst, Sommer, …

So geht das schon den ganzen Tag.
Ich stehe auf: Sommer, Sonne, Sonnenschein. Zu diesem Zeitpunkt fragte ich mich, woher die angekündigten 19 Grad kommen sollten. Es war schön mollig warm auf dem Balkon.
Dann stand der Liebste auf und der Regen begann. Und es wurde kalt. Ich konnte die 19 Grad förmlich spüren.
Später wurde das Wetter wieder gut. Dann regnete es wieder. Danach kam die Sonne. Dann regnete es wieder, etc. pp.

Aber laut wetter.com soll es nächste Woche wieder gut werden. Daher planen wir schon die Sightseeing-Tour. Welche BVG-Fahrkarte etc. Für Empfehlungen sind wir offen.

Dank des Regens wurde es heute dann auch nichts mit Cocktails. Wir entschieden uns dafür, zu arbeiten (ich an der Thesis, der Mann daran, Geld nach Hause zu bringen, ohne selbiges zu verlassen) und essen einzukaufen. Nachher wird noch ein Film angeschaut. Sobald ich den Herrn von seinem Laptop wegbewegen kann. Aber man hat da ja so seine Mittelchen (und wenn’s Strom abdrehen und Akku klauen ist).

4 comments 25. Jul 2009

Geschafft!

Der Bahnfahrt zum Trotz: Wir sind in Berlin angekommen!
Aber zurück zum Anfang.

Eine halbe Stunde, bevor es losgehen sollte (ich von Gießen Richtung Frankfurt, der Liebste von Karlsruhe Richtung Frankfurt) ereignete sich folgende telefonische Konversation:

“Unser Zug fällt aus!”
“Wie, unser Zug fällt aus?”
“Unser Zug fährt nicht. Auf der Bahnseite steht, dass er entfällt.”

Wir drehten uns ein wenig im Kreis, bis der Liebste die Bahn anrief. Bis er dort dann jemanden in der Leitung hatte, der auf Fragen reagiert und keine Computerstimme hat, hatte ich auch schon herausgefunden, dass ein Ersatzzug fährt. Wie das allerdings mit unseren Sitzplatzreservierungen sei, konnte uns weder das Netz noch der Bahnherr am Telefon sagen. Suuuuper Sache.
Aber man kann ja froh sein, dass überhaupt was gefahren ist. Muss ja nicht. Über die Gründe, warum wieso weshalb: Nix. Naja. Los geht’s.

In Frankfurt am Gleis habe ich dann erfahren, was der Grund für den Zugausfall war: “Aufgrund eines Notarzteinsatzes am Gleis musste der ICE mit der Nummer xy leider entfallen.” Die liebe Bahn konnte also ausnahmsweise wahrscheinlich mal nichts dafür und hat flott und zufriedenstellend reagiert.

Bis darauf, dass die Wagen falschherum eingefahren kamen (Wagen 1 an der Stelle, wo Wagen 24 hätte sein müssen und andersherum) war die Zugfahrt bestens, und wir kamen überpünktlich, vor der Zeit in Berlin an. Vom Hauptbahnhof aus machten wir uns auf den Weg und dann ab in den 5. Stock mit meinem Gepäck für 5 Monate (musste ich glücklicherweise nicht selbst tragen).
Kurzes Hallihallo und dann machte sich meine Schwester ab zum Bahnhof. Liebesbrief mit den Aufgaben lesen und erstmal eine kurze Wohnungsbesichtigung für den Liebsten. Ankommen. Warten. Und um halb elf auf Essenssuche in Mitte gehen.
Anmerkung: In Gießen wäre das ja schon gar nicht mehr möglich. Um zehn wird der Bordstein hochgeklappt und zu Essen gibt’s sowieso nichts mehr.

In der Friedrichstraße stießen wir auf einen Italiener. Zwar an einer Kreuzung und teilweise recht laut, aber sehr angenehm, leckeres Essen, superfreundliche Bedienung. Und endlich bekam ich das, was ich mir schon immer wünschte: Eine Olivenpizza (wieso gibt’s das denn bitte nicht offiziell?!). Pizza Mozzarella mit Oliven. Ich fragte, ob ich es bekommen könnte, wurde nach der Anzahl der Oliven gefragt und bekam das auch. Und noch 5 Stück mehr. Ich = glücklich.
Jedenfalls verließen wir den Laden mit dem Plan: Hier kommen wir nochmal vorbei.

Nach Hause kommen. Ins Bett fallen. Schlafen. Hier schlafe ich immer unheimlich gut. Das war beim letzten Mal schon so.

Der heutige Tag war denn weniger produktiv. Wir wollten Frühstück einkaufen, aber es hat in Strömen geregnet. Um halb eins haben wir es aber aus dem Haus geschafft. Recht trocken. Halber Großeinkauf bei Rewe. Und dann musste ich mich stark überreden, auch nur irgendwas für die Thesis zu machen. Es fiel mir unheimlich schwer. Zumal das Wetter dann auch wieder besser wurde.
Aber irgendwann war es dann doch so weit.

Danach gab’s gemeinsames Kochen, essen, und riesiges Gewitter über Berlin anschauen.
Und morgen Abend gibt’s Cocktails. Jawohl.

5 comments 24. Jul 2009

Wir fahren nach Berlin.

Yeah, heute ist es endlich so weit.
Nur noch wenige Stunden trennen mich davon, dass ich mich zu meinem Liebsten in den Zug setze und gen Berlin fahre.
Wir werden wunderbare gemeinsame Tage haben. Nebeneinander arbeiten. Miteinander Berlin erleben. Kochen. Essen. Schlafen.
Ich bin voller Vorfreude.
Und damit das auch bald so weit ist, geh ich jetzt mal flott schlafen.

2 comments 23. Jul 2009

Goodbye oder: Mein Tag bisher

Entweder ich habe einen Bloggingflash oder es kommt gar nichts. Immer diese Extremen… :kopfschüttel:

Genau heute in 7 Tagen, 3 Stunden und 10 Minuten sitze ich mit dem Liebsten im Zug in Richtung der tollsten Stadt wo gibt: Berlin! Das wollte ich nur nochmal kurz anmerken.

Die Abschiedsstimmung aus meinem Studium macht sich allmählich bemerkbar. Gestern nahm ich an meiner letzten Fachschaftssitzung teil, die schneller vorbeiging, als mir lieb war. Als Abschiedsgeschenk gab’s von mir Kuchen und ich bekam ein neues Pflänzchen für meine mittlerweile kaum noch überschaubare Pflanzensammlung. Einen Platz dafür zu finden war entsprechend schwierig.
Abschiedsfotos gab es dann auch noch. Sollte das mit Job und Master bis Oktober nichts werden, kann ich mein Plätzchen unter der Brücke damit dekorieren.

Heute stand die Verabschiedung von der Studiendekanin an. Diese legt ihr Amt mit dem kommenden Semester nieder, ein neuer Studiendekan ist schon benannt. Von Fachschaftsseite wollten wir uns bei ihr für ihre bisherige Arbeit in den letzten Jahren danken und haben ihr ein Blümelein geschenkt (erkennen Sie das Muster?).

Und anschließend wollte ich meine Gremienarbeit und die Fachschaftstätigkeiten bestätigt haben. Für den Fall, dass mal jemand nachfragt und auch um informell erworbene Kompetenzen nachweisen zu können (jaja, die Erwachsenenbildner….). Ich hatte auch etwas vorbereitet und die liebe B. war begeistert davon. Also wurde mein Text ohne Einschränkung übernommen, Dekanatsbriefkopf drüber, ausdrucken, Studiendekaninunterschrift drunter, Stempeld drauf, fertig! So soll’s sein.

Bescheinigung über Fachschaftstätigkeiten

Hiermit wird Frau Melanie J., geb. 23.10.19xx, das langjährige freiwillige Engagement in der Fachschaft Erziehungswissenschaft im Fachbereich 03 der Justus-Liebig-Universität bescheinigt.
Frau J. war im Zeitraum von November 2006 bis September 2009 mitverantwortlich für die Planung, Organisation und Durchführung verschiedener Informationsveranstaltungen für Studierende des Fachbereichs. Im Wintersemester 20008/2009 initiierte sie die Einführung einer regelmäßigen Bachelor-Sprechstunde für Studierende des Studiengangs Außerschulische Bildung.

Darüber hinaus war sie in folgenden Gremien als studentischer Vertreter aktiv:
10/2007-09/2009 Bachelor-Prüfungsausschuss der erziehungswissenschaftlichen Studiengänge
10/2008-09/2009 Dezentrale Vergabekommission für Studiengebührenersatzmittel
10/2008-04/2009 Lehr- und Studienausschuss
04/2008-03/2009 gewählte Fachschaftsrätin

Mit freundlichen Grüßen,
B. R.
(Studiendekanin)

Danach war ich mal wieder ein Buch kopieren, einkaufen, essen und nun geht’s auf den Balkon, sonnen, Text lesen und danach beginne ich mit meinem ersten Thesiskapitelchen.

4 comments 16. Jul 2009

Updates

Mein WordPressaktualisierungsupdate hat einwandfrei funktioniert. Von den Verbesserungen spüre ich nichts, aber hauptsache, es ist wieder sicher und alles läuft.
Sogar eine Datenbanksicherung hab ich mal wieder durchgeführt. Ganz alleine. Unter Anleitung. Die bekam ich zwar schon oft, aber das vergisst man ja dann immer wieder. Mal sehn, ob ich das beim nächsten Update noch weiß…

Sonst lese ich und lese und lese und… na Sie wissen schon. Allmählich bin ich im Thema. Und ich kann -hocherfreut- verkünden, dass es mir Spaß macht und mich interessiert. Die Gefahr war noch nicht ganz gebannt.
Am Dienstag also der vorerst letzte Termin bei meinem Betreuer und dann geht’s in die Schreibarbeit. Es bleibt spannend. 6 Wochen to go.
Und noch 13 Tage bis Berlin! Yeah.

Add comment 10. Jul 2009

Geschützt: Berlinbericht

Wie gut, dass man Schriftarten vergrößern kann, so dass auch ich lesen kann, was ich schreibe.
Da ich allmählich einen Mitteilungsdrang entwickelt habe und echt nicht weiter „schweigen“ will, melde ich mich mal wieder.
Ein kurzer Berlinbericht gefällig? Gerne.

Dienstag beim Augenarzt war noch alles ok. Kortison allmählich niedriger dosieren. Welch freudige Nachricht. Abends fühlte sich das nicht mehr ganz so dolle an und am nächsten Morgen schonmal gar nicht. Alle Menschen auf meinem Weg in Richtung anderes Bundesland scheinen mich angestarrt zu haben. Auch der Bahnhofsmensch in Gießen sah mich sehr seltsam an, als ich ihn fragte, ob mein Zugticket auf einer Strecke auch noch in den öffentlichen Verkehrsmitteln in Berlin selbst gelten würde. Da ich vom Hauptbahnhof noch ein wenig weiter musste. War aber wohl nicht so. Also, dass das Ticket gilt. Somit wusste ich also, dass ich noch ein Ticket lösen musste. Aber bis dahin hatte ich noch einen langen Weg vor mir.
Im RE bis Kassel-Wilhelmshöhe war gut Platz und ich konnte alleine sitzen und mir verzweifelt alle paar Minuten Kortison ins Auge tropfen. Und dann die Augen zu lassen, weil ich sonst alles wieder rausgeheult hätte.
Der Umstieg in Kassel-Wilhelmshöhe war schon problematischer. Erstens war es kalt. Und zweitens sah ich nicht, wo der Wagen mit meinem reservierten Platz halten sollte. Aber es ging nochmal alles gut. Der ICE war nahezu leer und somit konnte ich mich auf meinem Platz breit machen und die Strecke bis nach Berlin mit geschlossenen Augen verbringen. Mit gelegentlichen Tropf-Unterbrechungen.

Ankunft in Berlin Hauptbahnhof. Info: „Nimm den Ausgang, von dem aus man NICHT auf den Reichstag blickt. Dann bist du direkt an der Invalidenstraße und steigst dann in den 245er Bus ein bis zur Zinnowitzerstr. Dann bist du schon fast da.“ Intuitiv näherte ich mich dem richtigen Ausgang (blind) und beschloss sogleich, mir nicht die Mühe zu machen, den Bus zu suchen. Ich sah nichts. Rein überhaupt gar nichts. Intuitiv lief ich dann sogar die Straße in die richtige Richtung und kam ohne große Umwege bei Tine an. Klingeln und ab mit meinem Gepäck in den 5. Stock. Juchhe. Ohne Aufzug versteht sich.
Ich platzte mitten in die Kindergruppe, die sie montags bis donnerstags da hat und das war gut so.
Das erste Aufeinandertreffen zwischen Tine (meine Halbschwester) und mir war schon etwas seltsam. Zumal ich ein geschwollenes, tränendes Auge hatte und sehr wenig gesehen habe. Wir hatten zwar schon telefoniert und ge-e-mailt, aber uns einfach noch nie real gesehen.

Groß passiert ist in den Tagen eigentlich recht wenig. Ich war zu so gut wie nichts in der Lage. Aber ich bereue es nicht. Ich habe viel über Tines Tagesablauf und Leben erfahren und es war interessant. Außerdem konnte ich viel Zeit mit Ella-Propella verbringen. Unheimlich süßes und liebes Kind.
Mittwoch abend kam Georg, Ellas Papa und die drei haben einen Spaziergang gemacht und waren einkaufen. Ich habe in der Zeit telefoniert und ein wenig geschlafen um das Auge einfach mal irgendwie auszuruhen. Als die drei wieder kamen, hat Tine Ella ins Bettchen gelegt und Georg und ich machten den Grill sauber, richteten den Salat und stellten Stühle auf den Balkon, damit wir draußen grillen konnten.
Ein angenehmer Tagesausklang mit Gesprächen und Erdbeeren zum Dessert. Allerdings sind wir dann auch alle bald ins Bett. Allen voran ich.

Die Nacht war dann weniger entspannend. Ich hatte wahnsinnige Schmerzen die mit meinem Herzschlag im Auge pulsierten. Ab 5 Uhr war ich wach und konnte kaum noch schlafen. Ich war nur noch damit beschäftigt, diesen Schmerz irgendwie wegzudenken und noch ein paar Stunden auszuhalten.
Gegen acht Uhr bin ich dann aufgestanden. Tine fragte mich, wie ich geschlafen hätte und ich berichtete ihr von meinen Schmerzen. Sie zückte das Telefon, rief ein befreundeten Leiter einer Klinik“kette“ in Berlin an, der uns aber nicht unbedingt weiterhelfen konnte. Aber wir haben dennoch eine Augenärztin gefunden. Friedrichstraße. Direkt an der U-Bahn.
Also ab in die U6, zwei Haltestellen und warten. Ich habe mich sofort in diese Sprechstundenhilfe verliebt. Endlich mal eine, die einen lockeren Spruch auf der Lippe hat. Auch wenn dieser auf meine Kosten ging. Aber sie brachte mich zum Lachen. Und ich fühlte mich wohl. Berlin halt.

Die Ärztin selbst war sichtlich schockiert vom Zustand meines Auges. Verordnete mir ständiges Sonnenbrillentragen und stündliches Kortisontropfen. Sie kippte mir noch irgendeine Betäubungslösung in die Augen und ich konnte wieder zurückfahren.
Mittagessen mit der Kindergruppe und gemeinsamer Mittagsschlaf mit den Kindern. Sehr nice. Während die aber wieder wach sein mussten, als der Musikpädagoge ankam, konnte ich getrost weiterschlafen.
Abends dann das selbe Spiel, wie am Vortag. Georg, Tine und Ella gehen spazieren und einkaufen. Ich geh telefonieren und schlafen. Danach gemeinsames Kochen. Diesmal Spinat- und normale Lasagne. Nachtisch: Erdbeeren. Und baldiges Schlafengehen. Mit Tines Worten: „Deine Augen sehen echt schon besser aus.“
Am nächsten Morgen ausschlafen. Keine Kindergruppe. Frühstück und auf Ella aufpassen. Da das liebste Baby der Welt eh nur brabbelt und kreischt und lacht oder einfach nur schläft, eine einfache Aufgabe. Pünktlich zum großen „Ella hat Hunger“-Gekreische war Tine auch wieder da. Während ich die Einkäufe nach oben schleppte, wurde Ella gestillt und wieder schlafen gelegt.

Zum Mittagessen gab’s die Reste der Lasagne und dann lag ich auch wieder im Bett. Tine bekam dann noch Besuch von Gonca. Ich schlief weiter. Dann kamen noch Eltern, die sich die Kindergruppe anschauen und vorstellen wollten vorbei. Und als die Weg waren gab’s Brot und Tee mit Gonca. Sie hat Medizin in Gießen studiert und macht in Berlin ihren Facharzt. Pathologie. Ich habe ihr von meiner Krankheitsstory erzählt und sie war sehr begeistert. Medizinische Begeisterung. Aber sie meinte auch, dass ich in guten Händen bin und froh sein kann, dass ich Ärzte habe, die in mehrere Richtungen abchecken. Zumindest das zu hören tat gut.

Für den nächsten Tag wurde eine Verabredung im „Alexa“ gestartet. Und dieser Weg wurde dann auch angetreten. So sah ich zumindest noch ein bisschen was von Berlin. Und ich konnte Jan Postkarten von meinen heißgeliebten Berliner Ampelmännchen mitbringen, nachdem wir noch ein wenig über den Hackeschen Markt geschlendert sind, auf der Suche nach einem Windspiel. Fehlanzeige.

Also durch die Gassen von Berlin-Mitte schlendern und doch noch einen entsprechenden Laden finden. Auf dem Weg zur Bahn in unsere Richtung allerdings „Enttäuschung“. Ein Unfall auf der Strecke, sämtliche Straßenbahnen wurden umgeleitet. Dann halt eben zu Fuß. Und weitere Gassen, Straßen, Läden und Reliquien entdecken. Es war eine Reise durch die Zeit. Einfach traumhaft.
Danach waren Tine und ich in der Chausseestr. Bei Rewe unser Abendessen einkaufen und ich durfte abends kochen. Gefüllte Paprika mit Reis. Sehr lecker und sehr gelungen, muss ich sagen.
Im Anschluss daran besorgte Georg noch einen Film aus der Videothek. Eigentlich sollte es Benjamin Button werden, es wurde dann jedoch „Zimmer 401“. Auch nicht schlecht. Danach fiel ich jedoch ins Bett.
Ach, und bis auf die Tatsache, dass sich ein weißer Film über meine Augen bildete und ich nahezu gar nichts mehr scharf sah und auch sonst nicht mehr viel wahrnehmen konnte, ging es meinen Augen gut.
Dann kam der Tag meiner Abfahrt. Mittags ging es aber noch in den Volkspark Schöneberg. Tine war von Eltern eines Kindes, das sie betreut, zum Geburtstag und Grillen in den Park eingeladen worden. Und hat dann einfach mal ihren Familienanhang mitgeschleppt. Tja. Und spätestens bei diesem Ausflug habe ich mich abermals in Berlin verliebt. Ich beschwerte mich bei Tine, dass es sehr fies sei, mir an meinem letzten Tag noch die schönsten Plätze Berlins zu zeigen, so dass ich wirklich wieder ernsthaft am Überlegen bin, nach Berlin zu ziehen. Sie lachte und meinte nur, dass ich wissen solle, dass ich jederzeit willkommen sei, Jan mitbringen kann, alleine kommen kann, Freundinnen mitbringen kann, alles gar kein Problem. Das war schön. Und hat mich sehr gefreut. Und als mich Georg eine Stunde später in Richtung Hauptbahnhof fahren musste, hatte ich Tränchen in den Augen.

Ja, eigentlich ist sie mir noch ein fremder Mensch. Und in den Tagen hatten wir nicht wirklich viele tiefgründige Gespräche. Es gab kein: So und jetzt lernen wir uns mal kennen. Aber das war gut so. Nichts wurde erzwungen. Ich hatte meinen vollen Freiraum. Da gab es nichts Zwanghaftes. Und ich denke, das hat es ausgemacht. Das war es, warum ich mich so wohl gefühlt habe und mich schon auf das nächste Mal freue. Sicherlich sind wir verschieden, aber wir sind uns in gewisser Weise auch ähnlich.

Ich wünsche mir und hoffe, dass wir es schaffen, in irgendeiner Weise ein geschwisterliches Verhältnis aufbauen zu können. Auch wenn das noch lange dauern wird. Aber ein Anfang ist gemacht. Und wir haben uns gut verstanden. Das ist die Hauptsache.
Die Tage waren erholsam und trotz allem entspannend. Ich hatte Ablenkung und musste mich nicht die ganze Zeit mit mir und meiner Krankheit beschäftigen. Ich wurde nicht nur auf das reduziert. Es war höchste Eisenbahn, dass diese Auszeit kam. Die Tage davor war ich nur mit heulen beschäftigt. Ich war am Ende mit meinen Kräften. Um nicht zu sagen: Es ging in Richtung Depression. Aber die Tage haben mich aufgebaut, mir neue Stärke und Kraft verschafft.

Und mir wieder gezeigt, dass Berlin meine große Liebe ist und wir definitiv eine Weile unseres Lebens gemeinsam und miteinander verbringen müssen.

Auch die Kommentare sind durch das Passwort geschützt. 27. Mai 2009

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