Momente

Es gibt so Momente, da wünscht man sich, da sei jemand.
Jemand, den man in und auswendig kennt. Zu dem man sich kuscheln kann, und der einen versteht.
Eben der, mit dem man die letzten drei Jahre seines Lebens geteilt hat. Den man dachte zu kennen und den man in diesen Momenten unbeschreiblich sehr vermisst, selbst wenn man weiß, dass das keine Zukunft mehr hatte. Dass es aus und vorbei sein muss. Dass es ein Ende finden muss.
Dennoch… in diesen Momenten fehlt er. Fehlt die Nähe, fehlt das Vertrautsein, das Zusammensein. Man möchte ihm schreiben, wie sehr man ihn vermisst, weiß aber doch genau, dass das alles nur noch schlimmer macht und dass man nicht ihn wirklich vermisst, sondern einfach nur die Liebe, die da mal war, nun aber nicht mehr da ist.
Und man fragt sich, wieso alles so gekommen ist, wie es kam.
Wieso war man drei Jahre lang zusammen, um diese drei Jahre in den Müll zu werfen.
Wieso hat man zugelassen, was passiert ist?
Wieso hast DU das zugelassen?

Es sind bestimmte Lieder, bestimmte Szenen, bestimmte Orte, da werden Erinnerungen wach. Und man lächelt still vor sich hin. Erinnert sich.
Will ihm sagen, wie schön es doch war. Und wie schön es wäre, wenn er jetzt hier wäre. Aber dann kommen wieder die Gründe, warum man alles beendet hat. Warum man ausgebrochen ist.
Man hat eine Illusion. Man stellt sich vor, wie es war, und denkt, es wäre wieder so. Aber dafür ist zuviel passiert.

Ich vermisse dich und ich vermisse die Illusion, die ich mit dir hatte. Ich wollte glücklich mit dir sein. Nicht mehr, und nicht weniger.

Ich denke oft an die Anfangszeit zurück.
Unser erstes Date. Meine peinliche Aussage beim ersten Abschied, unsere Chatterei.
Als er das erste Mal bei mir war und eingeschlafen ist… Es war so unbeschwert und schön.
Der Tag, als er aus Wien zurückkam…
Als er mit mir auf meine Physikklausuren gelernt hat und fast durchgedreht ist, weil ich einfach nichts verstanden hab.
Die Badewannensessions. Seine ewigen Versuche mich zu etwas Bewegung zu bringen…
DAS will ich wieder haben.
DAS fehlt mir.
Ich will einfach wieder in seine Arme sinken, und ihm sagen können, dass ich ihn liebe. Aber das wird nie wieder sein, das ist mir leider nur zu klar.
Und andererseits will ich das auch nicht mehr. Es ist vorbei.

Und das war mein stiller Abschied. Mein Abschluss. Meine Gedanken, wenn ich an ihn denke.

Und die Zeit vergeht. Das wird nur zu schmerzlich klar, wenn ich mir das letzte Gruppenfoto von allen anschaue.
Aus einer Gruppe von 7 Leuten inklusive drei Pärchen sind insgesamt nur noch 6 Leute übriggeblieben, davon nur noch ein Paar.
Es ändert sich so vieles. Und an den Herausforderungen des Lebens wachsen wir, verändern wir uns.

Mach die Augen wieder auf, atme langsam wieder aus, die Welt steht still!

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