Gangster Squad – Film Review

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Das Jahr hat gerade erst angefangen und ich habe meine Leidenschaft für Filme wieder entdeckt. Jede Menge Filme, die für die Academy Awards nominiert sind. Jede Menge Filme, die ich sehen möchte. Life of Pi, Amour, Argo, Lincoln, Silver Linings Playbook, Django Unchained, Les Misérables – noch nie war die Liste der offiziellen Oscar-Nominierungen für den besten Film des Jahres so vielfältig. Einer, der nicht unter den Besten ist, hätte es vielleicht sein können, wenn er doch nur pünktlich in die Kinos gekommen wäre: Gangster Squad.

Gangster Squad war für Mitte des Jahres 2012 angekündigt. Nach dem Amoklauf in einem US-amerikanischen Kino in der Stadt Aurora bei einer Vorführung des Filmes “Batman – The Dark Knight Rises” hat man sich allerdings für eine Überarbeitung von Gangster Squad entschieden. Anlass war eine ähnliche Szene im Film, in dem eine Gruppe von Gangstern das unschuldige Theaterpublikum bei einer Vorführung erschießt.

Der Film ist eine Hommage an den Wilden Westen der Moderne. In Los Angeles haben sich einige Polizisten in der Mitte ihres Lebens dazu entschieden, ihre Marken abzugeben und stattdessen auf eigene Faust dem Verbrechen auf die Spur zu kommen. Ziel ihrer Offensive ist der Mafia-Boss Mickey Cohen (großartig: Sean Penn). Alles, was man zum Verbrechen zählen kann, gehört zu seinen Spezialitäten: Waffenbesitz und Drogenschmuggel, Prostitution und das Geschäft mit dem Glücksspiel, Pferdewettrennen, und an aller erster Stelle das Schmieren der Exekutive. Richter, Polizisten, Staatsanwälte: sie alle gehören Mickey Cohen. Mehr darüber hier.

Regisseur Ruben Fleischer lässt aber nicht Cohen den Bösemann spielen, sondern den Chef der Polizei (Nick Nolte), der einen Detective (Josh Brolin) rekrutiert um die geheime Truppe zu organisieren, die Cohen auf die Pelle rücken soll. Im Fokus des Filmes liegt die Korruption der offiziellen Stellen einer Stadt, die kritisiert und auseinander genommen werden soll. Dazu tragen alle Spielfiguren bei, auch die vermeintlich “Guten”. Diese Dichotomie spielt Fleischer perfekt aus und lässt seine Zuschauer in einem Limbo von “gut” und “schlecht” an Spannung und ethischen Grundsätzen verzweifeln.

Natürlich gibt es keine Story ohne eine passende Liebesgeschichte, denn am Ende wird es nicht nur eine gesellschaftliche Auseinandersetzung und eine politische Darstellung zu den Academy Awards oder Golden Globes schaffen, sondern auch die Gefühle und Emotionen der Charaktere. Als sich einer der Detectives (ein wunderschöner Ryan Gosling, dem Hut so wundervoll steht) in die Liebe seines Lebens verliebt, muss er gegen seinen größten Feind – Mickey Cohen – um sie buhlen.

Der Film geht fast zwei Stunden, wirkt aber trotzdem recht kurzweilig. Ob das alles für einen Oscar gereicht hätte, kann nur die offizielle Jury selbst im Nachhinein anmerken. Ich kann mich noch nicht so recht entscheiden, ob ich ihn nun gut oder nicht so gut fand. Schlecht war er jedenfalls nicht. Meine Lieblingsszene ist die Schießerei rund um den Weihnachtsbaum. Das ist einfach supergut gefilmt worden. Anschauen!

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