Was ich heute lernte…

Oberflächliches Gelabere kann ich auch jetzt noch nicht ausstehen.
Wenn du etwas scheiße findest, finde es scheiße. Wenn du etwas ehrlich gut findest, finde es gut. Aber erzähle nie das Gegenteil von dem, was du wirklich meinst.

Wenn du mit jemandem nicht reden möchtest, rede nicht mit ihm. Wenn du jemanden nicht leiden kannst, ist das vollkommen akzeptabel, aber tu dann bitte nicht so, als wäret ihr ganz dicke miteinander.

Ja. Solche Dinge kann ich nicht ausstehen.

Bitte verzeiht mir, dass ich mit vielen von euch nicht klarkomme. Ich mag euch nicht. Aus unterschiedlichen Gründen. Und bitte kommt endlich darauf klar, dass ich euch nicht die heile Welt vorspiele. Euch kein geheucheltes: „Oh wie schön, du auch hier, das ist ja toll. Wie geht’s dir?“ entgegenbringe. Einfach aus dem Grund, weil es nicht so ist. Ich finde es weder schön noch toll, dass du hier bist. Höchstwahrscheinlich ist es mir egal. Wenn es ganz besonders dumm für dich läuft, finde ich es sogar kacke, dass du da bist, wo ich bin. Und nichts in der Welt könnte mich weniger interessieren, als dein Gemütszustand. Ich sag „Hallo“, wenn es sein muss. Damit ist die Sache für mich erledigt.

Jetzt kann man sagen, das sei unfreundlich. Ich sage dazu: Nein, ich finde es komplett freundlich. Ich heuchle kein falsches Interesse. Ich mache niemandem etwas vor. Und ich verschwende weder deine noch meine Zeit. Du weißt, woran du bei mir bist. Du bist nicht gezwungen, deine Zeit mit mir zu verbringen im Floskeln verteilen. Zieh weiter. Zu jemandem, der sich für deinen Kram interessiert.

Und bitte, bitte, bitte liebe Leute da draußen: Handhabt es doch mir gegenüber genauso. Wenn ihr mich nicht mögt: Sehr gerne. Wenn ihr mich mögt: Sehr gerne. Beides ok. Aber bitte meint es euretwegen und vor allem meinetwegen ehrlich.

Wenn ich jemandem sage, dass ich ihn mag, dann meine ich das ernst. Und ja, es gibt nur wenige Menschen, die mir wichtig sind. Das war immer so, das wird immer so bleiben. Damit bin ich unbeschreiblich zufrieden und glücklich.
Wenn ich dir jedoch den Rücken zudrehe, kein wirkliches Gespräch ins Laufen kommt, ich dir keine Fragen stelle und so kurz und knapp wie möglich antworte oder mich umschaue, als suche ich jemanden, sind das ernstzunehmende Zeichen dafür, dass ich mich nicht mit dir unterhalten möchte.
Ihr bezeichnet das erfahrungsgemäß sehr gerne als arrogant und eingebildet. Mission accomplished.

Niemand muss mir erzählen, wie gut er meine Bilder findet, wenn er es nicht wirklich so meint. Es kann euch egal sein. Ihr könnt meine Sachen scheiße finden. Ich komme darauf klar. Ich stelle keine Bilder aus, mit denen ich unsicher bin, bei denen ich unbedingt und zwingend eure Anerkennung brauche. Ich stelle Bilder aus, die ich persönlich mag. Die mir gefallen. Die ich geil finde. Bilder, hinter denen ich stehe. Love it or leave it.

Ich fotografiere nicht, um damit vorwiegend Geld zu verdienen. Ich muss nicht zwingend Bilder verkaufen. Jemand möchte ein Bild von mir kaufen? Schön. Ich freue mich darüber sehr. Aber ich verbiege mich dafür nicht. Ich fotografiere nicht für jemand anders sondern für mich. Abgesehen von Aufträgen, die ich mir jedoch auch gezielt heraussuche. Diesen Luxus habe und genieße ich.

Also. Kommt mal klar. Und lasst mich mit Belanglosigkeiten in Ruhe. Kapiert, dass ich mit euch nichts zu tun haben will. Nehmt es persönlich, wenn ihr unbedingt wollt. Verbündet euch. Schreit Hasstiraden in die Welt. Wenn es euch nur dabei hilft, damit klar zu kommen, dass euch Klein-Melly nicht mag. Die Welt geht davon nicht unter.

Kurzum: Oberflächliches, nicht ehrlich gemeintes Rumgewichse mag ich nicht. Verschont mich. Danke.

7 Kommentare

  1. Hakan Tee 26. Mai 2011 um 01:10

    Macht man es sich damit nicht zu einfach? Also mit dem „Ich dreh mich mal weg und schau an Dir vorbei“. Nichts gegen Ehrlichkeit. Aber ich finde, dass es durchaus einen Weg gibt, ehrlich zu sein und Menschen trotzdem furchtbar langweilig zu finden. Ohne – um deine Worte zu benutzen – sich demonstrativ wegzudrehen.

    Aber: Keine Ahnung, ob das Posting hier einen konkreten Grund hat. Gab und gibt genug Menschen, die mir ihren Rücken zugewendet haben. War nicht immer falsch, aber eben immer unhöflich und ein bisschen wie ein Faustschlag. Suppen, in die gespuckt wurde, löffelt man eher ungerne aus.

    Aber manchmal ist das vielleicht unausweichlich.

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  2. ThilliMilli 26. Mai 2011 um 10:54

    Passt. Kenn ich. Geht mir genauso.

    Und stoße damit (im Privatleben – beruflich geht das nun leider nicht) auch immer wieder auf Unverständnis. Verstehe allerdings auch nicht, warum nicht jeder so ist. Einfach offen und ehrlich seinem Counterpart gegenüber. Würde vieles vereinfachen und insgesamt etwas von der recht raren Zeit sparen.

    Hut ab.

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  3. anne 26. Mai 2011 um 13:49

    Nice. :)
    Nein ehrlich, ich kenne das absolut, wenn auch in anderen Zusammenhängen und kann deinen Text sehr gut nachvollziehen.
    Vor allem diesen Satz: „Ihr bezeichnet das erfahrungsgemäß sehr gerne als arrogant und eingebildet.“
    Keine Ahnung wie oft ich das schon (meistens über Dritte natürlich!) hören musste…

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  4. Pablo 27. Mai 2011 um 10:57

    Sher ehrlicher und schöner Artikel. :)
    Natürlich wirkt das erstmal unhöfflich und arrogant, aber es ist ehrlich und das finde ich persönlich auch um einiges wichtiger!

    Und jetzt nehmen wir uns an Melly alle mal ein gutes Beispiel. :)

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  5. Inken 28. Mai 2011 um 09:24

    Ich weiß nicht mal, was das mit Arroganz zu tun hat? Ich halte das ähnlich – an Menschen, Dingen, Ereignissen (…etc), die mich nicht interessieren, halte ich mich nicht unnötig auf. Wenn ich jemanden nicht mag, spreche ich kurz angebunden und verfolge auch nicht das Ziel, mich mit demjenigen unnötig länger zu unterhalten als unbedingt notwendig. Das ist nicht arrogant, sondern nur konsequent.

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  6. Chrissy 29. Mai 2011 um 19:55

    Ich sag Hallo und wenns dann zum Smalltalk kommt, muss ich meistens urplötzlich weg… oder ich sag einfach, dass es mich nicht interessiert :D

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  7. Anita 30. Mai 2011 um 18:21

    Ich sehe das ganz genauso wie du – vielen dank für die offenen Worte… Damit fühlen sich zwar Menschen oft angegriffen, aber ich bin nun mal der offene und direkte Typ. DAs werde ich auch ganz sicher nicht ändern..

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