Es ist Weihnachten und ich fahre nach Hause. Alle Jahre wieder. Alles wie immer. Und doch wird diesmal alles anders sein. Eine wichtige Person wird fehlen. Mein Opa ist im April diesen Jahres gegangen und wird nicht mehr wieder kommen. Eine meiner wichtigsten Bezugspersonen. Wir hatten ein schwieriges Verhältnis, als ich klein war. Doch je älter ich wurde, desto besser verstanden wir uns. Er war immer so stolz auf sein Mädchen. Er fand es ganz toll, dass ich nach Hamburg ging. Für ihn war das was ganz Besonderes, das er immer wieder gern erzählte. Er war es, der mich nach der Trennung von meinem damaligen Freund nach 5 Jahren Beziehung aufbaute und beim Mittagessen zu mir meinte: „Du machst das schon. Du brauchst keinen Mann, du bist stark und gehst deinen Weg.“ Das ist der Satz, an den ich mich wohl immer erinnern werde.

Er fehlt mir so sehr und das merke ich vor allem jetzt, da ich hier bin. All die Jahre fuhr ich immer nach Hause. Weihnachten und sein Geburtstag. Das waren feste Termine, an denen es nichts zu rütteln gab. Ich war mir bewusst, dass unsere Zeit begrenzt ist und dennoch kam es unerwartet und plötzlich. Es war mein Mädchentraum: Sollte ich jemals heiraten, soll er das erleben. Das ist jetzt vorbei. So vieles ist vorbei und es macht mich traurig. Damit muss man wohl leben. Nichts bleibt für immer.

Mir ist ein wenig mulmig zumute was den morgigen Abend angeht. Vieles wird wie immer sein. Aber es wird anders sein. Sehr anders.

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