Über die letzten Jahre habe ich Unmengen an Fotos auf meinem iPhone gesammelt, getreu dem Motto: „Die beste Kamera ist die, die man dabei hat.“ Es war nur eine Frage der Zeit, dass das Telefon beginnt, rumzuheulen, dass der Speicher zu knapp wird. Zusammen mit der ein oder anderen Offline-Playlist bei Spotify kam der Zeitpunkt schneller als erwartet. Fotos vom Telefon löschen ist halt immer so eine Sache. Was, wenn man genau das Bild in Kürze benötigt, um es jemandem zu zeigen?

Kurze Zeit versuchte ich es also mit Dropbox. Bilder dort hochladen und vom Telefon löschen. Allerdings störte mich sehr schnell, dass ich immer einen Moment auf das Bild warten muss, da das immer erst einmal geladen werden muss.
Ein iPhone mit mehr Speicherplatz kaufen? Ja, ok. Aber der wird auch irgendwann ausgehen. Ganz davon abgesehen, dass die Preise horrend sind. Das ist jedoch ein anderes Thema.

Es blieb mir jedoch nichts anderes übrig: Die Fotos mussten vom Telefon runter. Also auf die Festplatte gezogen und vom iPhone gelöscht. Zack, war wieder jede Menge Platz. Ganz glücklich war ich nicht, aber was muss das muss.

Nun bekam ich vor kurzem einen Anruf von Google. Die Google-Fotos-App möchte man auf einem Event in Hamburg vorstellen, ob ich Interesse daran hätte. Na klar! Technologie und Fotografie in einem Event vereint? Da kann ich nicht widerstehen.

In der vergangengen Woche fand das Treffen dann statt. Eine Stadtführung durch die Schanze und das Karoviertel war geplant, auf der wir mit unseren Smartphones fotografieren sollten. Wir bekamen Zettel mit möglichen Motiven zur Inspiration ausgeteilt und dann ging es auch schon los. Für mich waren die Erzählungen des Stadtführers superspannend, zumal wir uns in meiner Hood bewegten und ich einige Dinge erfuhr, die ich bisher noch nicht wusste. Nach wenigen Metern machte uns jedoch der Hamburger Regen einen Strich durch die Rechnung. Wir mussten die Tour leider abbrechen und machten uns auf den Weg ins Haus73. Dort angekommen hörte der Regen selbstverständlich auf und die Sonne zeigte sich. Nunja.

Ein leckeres Buffet und viele Getränke begrüßten uns, wir schickten schnell die Telefone ins WLAN und starteten mit der Vorstellung der App durch Robert von Google, der sein Telefon via Chromecast mit dem Fernseher verband und uns diverse Tipps und Tricks zeigte.

Zugegeben: Ich hatte mich vorher kein Stück mit der App beschäftigt. War aber ziemlich schnell Feuer und Flamme und fragte mich, ob das wirklich alles so stimmte, was er da erzählte. Robert wiederholte nämlich sehr oft: „Die Bilder hier habe ich gar nicht mehr auf dem Telefon.“ Seltsam war jedoch, dass die Bilder sofort und ohne jegliche Verzögerung angezeigt wurden. Sollte das wirklich möglich sein? Ich mach’s kurz: Es ist möglich. Fotos, die nicht mehr auf dem Telefon sind, werden trotzdem superschnell geladen. Mein größtes Problem ist somit gelöst und ich bereits jetzt in die App verliebt.

One more thing …

Das soll aber nicht alles gewesen sein.
Fotos, die gemacht werden, werden je nach Einstellung automatisch in die Cloud geladen. Soweit nichts Neues. Richtig grandios ist aber, dass man nach Bildern anhand von Suchbegriffen suchen kann. Gebe ich Katze ein, bekomme ich Katzenbilder angezeigt, ohne auch nur irgendwas dafür zu tun. Ich habe die Fotos vorher nicht vertaggt oder anderweitig irgendwie beschriftet geschweige denn kategorisiert. Ich habe nichts gemacht, kann aber nach Katze, Schuhe, Kleid oder auch nach Farben suchen. Die App findet was dazu. Wie awesome ist das bitte? Mein Nerdmädchen-Herz machte Luftsprünge. Außerdem werden verschiedene Dinge einfach von selbst im Hintergrund gruppiert, automagisch quasi. Nach darauf abgebildeten Dingen oder aufgrund der Standort-Daten nach Orten. Auch sehr nützlich.

Google-Fotos Screenshots

Ich habe die Tage danach angefangen, alle iPhone-Bilder-Backups bei Google Fotos hochzuladen. Somit habe ich sowohl auf dem iPhone als auch auf meiner Festplatte wieder mehr Platz und dennoch ständig Zugriff auf alle Bilder. Das ist wunderbar.

Und was kann die App noch so?

  • Gespeicherte Fotos und Videos sind offline verfügbar
  • Foto- und Videobearbeitung ist auch möglich, sogar mit integrierter, GEMA-freier Musik kann das Ganze hinterlegt werden
  • Teilen mit Freunden und der Familie ist mega einfach
  • Man kann Alben, Geschichten, Filme, Collagen und Animationen (GIFs) erstellen

Die App kann ich also nur empfehlen. Probiert es am Besten selbst aus und berichtet mal, ob ihr genau so angefixt und begeistert seid, wie ich.

Ich danke Google und a+o jedenfalls sehr für die Einladung und den inspirierenden Nachmittag. Das war ganz hervorragend.

2 Kommentare

  1. Jakob 21. September 2015 um 08:27

    Ich habe mir die App auch vor einiger Zeit angschaut (gleiches Problem wie Du), bin aber nicht so ganz begeistert. Zum einen lädt die App sämtliche Fotos automatisch auf Google-Server, d.h. Google weiß wann ich wo welches Foto gemacht habe und erkennt sogar die Personen darauf. Klar, das kann einem egal sein aber ich für meinen Teil habe meine Fotosammlung lieber bei mir statt sie einem Fremden zur Aufbewahrung zu geben. Zum anderen saugt die App doch relativ viel meines Datenvolumens auf. Ich mache deshalb lieber weiter klassische Backups über meinen PC.

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    1. melly 21. September 2015 um 08:38

      Hey Jakob,
      bezüglich des Datenvolumens: Du kannst einstellen, dass Bilder nur im WLAN hochgeladen werden und nicht unterwegs.
      Und zur Gesichtserkennung: Diese Funktion ist in Deutschland aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht verfügbar.
      Deine restlichen Bedenken verstehe ich, finde ich persönlich nur wieder nicht wirklich schlimm. Der Nutzen für mich ist derzeit höher.

      Antworten

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